03.12.2008

Technologieneugründungen in der Region Braunschweig


BITZ vereint Experten aus IT und Biologie zu erfolgreichen Projektteams

Wenn es wie Wissenschaft und Wirtschaft zwei nicht leicht fällt, sich zu verstehen, dann kommt ein Dritter, der die beiden unterstützt, gerade recht – so wie die Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum GmbH, kurz: BITZ.

 

Von Stefan Boysen

Unter dem Dach vom BITZ arbeiten Wissenschaftler der Biologie, Biotechnologie und Gesundheitsforschung sowie Informatikfachleute zusammen – und das mit Erfolg, wie ihr erstes großes Projekt, die Entwicklung einer Bakterien-Datenbank, belegt.

Die Technische Universität Braunschweig, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und das Softwarehaus LINEAS – so lauten die Gesellschafter des BITZ, das seit September 2008 am Markt ist. So klangvoll wie die Namen, so umfassend ist auch das Know-how, das jeder der drei in die gemeinnützige GmbH – alle Erlöse fließen in Wissenschaft und Forschung – einbringt. Geschäftsleiter Dr. Maik Plischke ist davon überzeugt, dass der angestrebte Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gelingen wird. „Wir tragen dazu bei, Forschungsprojekte mit Hilfe der IT zu beschleunigen und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten weiterzuentwickeln." Damit schaffe das BITZ die Basis für die kommerzielle Anwendung der Forschungsergebnisse.

Maik Plischke ist Medizininformatiker und kennt damit die Arbeitsweisen von Informatikern und Medizinern aus dem Effeff, was die Aufgabe für ihn und die beiden BITZ-Mitarbeiter auch im Umfeld der Biologie leichter macht. „Wir wollen die verschiedenen Sprachräume aufbrechen und das Verständnis untereinander verbessern." Das hat bereits erfolgreich funktioniert. Unter Federführung des BITZ wird eine Datenbank für die 7000 Stämme große Myxobakterien-Sammlung am HZI entwickelt. Das ausgeklügelte System macht es möglich, Millionen von Daten zu verwalten und leistet einen wichtigen Beitrag zugunsten der Krebsforschung.

Eine Plattform wie das BITZ, das Fachleute aus IT und Biologie zu schlagkräftigen Expertenteams zusammenführe und für Projekte Drittmittel akquirieren könne, „hat es bisher noch nicht gegeben", sagt Maik Plischke. Der 33-Jährige sieht das BITZ nicht nur als Beschleuniger vielsprechender Forschungsvorhaben, sondern auch als Dienstleister für die Region. „Wir wollen die Informatik stärker in den Vordergrund stellen und die Möglichkeiten für Studierende, nach Ende ihres Studiums in der Region zu bleiben, erweitern." Das BITZ geht mit gutem Beispiel voran. Maik Plischke: „Im nächsten Schritt wollen wir fünf bis acht neue Mitarbeiter einstellen."

Foto: Dirk Alper
Weitere Infos: BITZ GmbH, http://www.bitz.it