05.11.2013

Pionierarbeit:


Braunschweig setzt Standard für Hochleistungs-Datenübertragung

Mit der Datenübertragung verhält es sich ja in etwa so wie mit dem täglichen Weg zur Arbeit. Schnell, problemlos, kein Stau – so soll es doch bitteschön sein. Ein internationales Forscherteam unter der Regie Braunschweigs will nun dafür sorgen, dass auch in Zukunft keine Hindernisse im Datennetz auftauchen. Denn die konventionellen Netze, das ist absehbar, geraten langsam aber sicher an ihre Grenzen. Weil die Datenmengen immer größer werden.

Kann man die Daten eines ganzen Spielfilms in weniger als einer Sekunde drahtlos übertragen? Forscher aus Karlsruhe und Stuttgart haben es jüngst geschafft und so sogar einen Weltrekord aufgestellt.

Nicht alltagstauglich

Doch noch ist die Technologie nicht für die Praxis nutzbar. Es fehlen nämlich alltagstaugliche Standards für die Entwicklung der Geräte. Zumindest noch.

Denn Professor Thomas Kürner vom Institut für Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Braunschweig möchte das ändern. Er leitet die neue IEEE 802.15 Study Group 100G.

Internationales Team

IEEE – dahinter steckt der Weltverband von Ingenieuren aus der Elektrotechnik und Informationstechnik.

Gemeinsam mit Kollegen aus beispielsweise Japan, China und den USA will er die Datenübertragung im extrem hochfrequenten und bisher wenig genutzten Terahertz-Bereich für die industrielle Anwendung nutzbar machen.

Dabei werden die Daten im Frequenzbereich zwischen einem und einem zehntel Millimeter übertragen – und an dieser Stelle ist Pionierarbeit gefragt.

„Verlässliche Standards"

„Derzeit kann man die Terahertz-Technologie noch nicht für die mobile Datenübertragung, etwa auf einem Handy, nutzen", erläutert Kürner.

„Bevor die Industrie entsprechende Technologien entwickelt, braucht sie verlässliche Standards, die wir und die Kollegen in den nächsten Jahren gemeinsam entwickeln wollen. Erstes Ziel des Standards wird es sein, drahtlose Punkt-zu-Punkt-Verbindungen einsatzfähig zu machen."

Neue Bedürfnisse

Schon jetzt lassen sich interessante Anwendungsbereiche identifizieren. Ein Beispiel sind die Verbindungen der Mobilfunkantennen zum jeweiligen Kernnetz, die künftig immer leistungsfähiger sein müssen, um den Bedürfnissen mobiler Nutzer zu entsprechen.

Auch in den Hochleistungs-Serverfarmen von IT-Unternehmen können die drahtlosen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sinnvoll sein – wenn die Funkübertragung wirtschaftlicher als der Austausch der Glasfaserkabel ist.