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11.12.2013

Schwache und starke Trends


Bring your own Identity? Das ist nur eine Luftblase



„Bring your own Identity" (BYOID) ist die IT-Luftblase des Jahres 2013. Dies meint zumindest die Münchner Projektbörse und Personalagentur für externe IT-/Engineering-Spezialisten GULP, an der mehr als 400 IT-Experten teilgenommen haben. Über 80 Prozent der Befragten sehen in BYOID derzeit keinen Trend – anders als von vermeintlichen Experten vorhergesagt. Bei BYOID ermöglichen es Unternehmen ihren Mitarbeitern, sich mit ihren privaten Social-Media- und E-Mail-Profilen in der IT-Infrastruktur ihres Arbeitgebers anzumelden.

Insgesamt zehn Voraussagen verschiedener Consultingfirmen wie Gartner, IDC, PAC, A.T. Kearney und Experton sowie des IT-Branchenverbands Bitkom untersuchte GULP in der Umfrage unter 411 teilnehmenden IT-Experten auf ihre Beständigkeit – und mit großem Abstand auf Platz eins der schwächsten Trends lag „Bring your own Identity".

Privat und beruflich

Die Marktforscher von IDC analysierten zu Beginn des Jahres in einer Umfrage, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern zunehmend das Login-Procedere vereinfachen. Angestellte dürfen somit private Passwörter aus sozialen Netzwerken wie Facebook oder Cloud-Anbietern für die Authentifizierung in der Unternehmens-IT nutzen.

81 Prozent der Teilnehmer der GULP-Umfrage machten nun deutlich, dass dies eine Luftblase ist.

„Sollte sich dieser Trend jemals durchsetzen, werden IT-Sicherheits-Spezialisten in Unternehmen noch eine Aufgabe mehr auf ihrer Agenda haben. Denn die Sicherheitsrisiken durch BYOID sind enorm", so Stefan Symanek, Marketing-Leiter von GULP.

IT-Security!

Als starkes Thema bestätigt sich dagegen die IT-Sicherheit mit dem Fokus auf Cyber-Security. Sowohl die Analysten von PAC, Experton und A.T. Kearney als auch der IT-Branchenverband Bitkom sind der Meinung, dass das einer der wichtigsten Trends ist.

Hier stimmen sie mit der GULP-Umfrage überein. Knapp 90 Prozent der Befragten sehen hier keine Luftblase.

Dies überrascht nicht: Trotz deutlich steigender Ausgaben für die IT-Sicherheit in Unternehmen und Organisationen (rund 50 Prozent mehr als 2009) steigt die Zahl der Sicherheitsvorfälle in Konzernen rasant an.

Demnach sind Unternehmen heute immer noch damit beschäftigt, sich vor allem gegen die Sicherheitsrisiken von gestern zu schützen. Zugleich stellen neue Entwicklungen wie Cloud Computing die Firmen vor neue Herausforderungen in puncto Sicherheit.

Digitale Gesellschaft

A.T. Kearney und Gartner erklärten die Digitalisierung der Gesellschaft zum Trend. Informationstechnologien würden das gesellschaftliche Leben weiter durchdringen, etwa in Form von mobilem Bezahlen und elektronisch gesteuerten Haushalten (Smart Homes).

In der GULP-Umfrage kristallisierte sich diese Weiterentwicklung des sogenannten Internets der Dinge als zweitwichtigster Trend heraus, den über 82 Prozent der Umfrage-Teilnehmer ernst nehmen.

Zerplatzte Luftblase

Stefan Symanek meint dazu: „Im Jahr 2012 schätzten 61 Prozent das Internet der Dinge noch als Luftblase ein. Das machte es in der damaligen Umfrage zur zweitgrößten Luftblase. Innerhalb eines Jahres hat es sich als ernst zu nehmender Trend entpuppt."

Weitere Trends, auf die zukünftig zu achten sein wird, sind laut Umfrage strategisches Big Data, Application Management Services und Webanwendungen statt Apps.

Regeln für Social Collaboration, die Standardisierung in der IT und die Hybrid IT sind dagegen tendenziell schwache Trends, bei denen sich zeigen wird, ob sie sich jemals durchsetzen.