02.03.2012

Parlamentarischer Abend in Berlin


Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: eHealth. Braunschweig gibt ein gutes Beispiel

Von Braunschweig nach Berlin sind es mit dem Zug gerade einmal neunzig Minuten. Doch ist das nicht der Grund dafür gewesen, dass der Parlamentarische Abend des Projekts eHealth.Braunschweig hervorragend besucht war. Die vollbesetzten Stuhlreihen in der Vertretung des Landes Niedersachsens beim Bund zeugen vom starken Interesse, das der Einbindung von Informations- und Kommunikationstechnologien ins Gesundheitswesen entgegengebracht wird. Und von der hohen Erwartungshaltung an eHealth.Braunschweig, welche Ergebnisse das Projekt nun, da es wie geplant zu Ende geht, präsentieren kann.

Für Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (im Bild mit Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan) fällt die Bilanz positiv aus. „eHealth.Braunschweig ist ein gutes Beispiel, wie man die Gesundheitswirtschaft in diesem Bereich weiterentwickelt", sagte er am 28. Februar 2012 vor 150 Gästen in Berlin, darunter Mitglieder des Deutschen Bundestages und Niedersächsischen Landtages.

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Was die mehr als sechzig Partner von eHealth.Braunschweig aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesundheitsversorgung nach drei von der EU geförderten Jahren vorweisen können, erklärte Projektleiter Maik Plischke: sieben neue Vollzeitstellen und 1,2 Millionen Euro Umsätze für Unternehmen der Region, dazu Folgeprojekte in Höhe von 3,6 Millionen Euro.

Am stärksten wiegen die Neuentwicklungen, die aus der Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Partner – Dr. Carola Reimann, Vorsitzende des Bundestagsausschussesfür Gesundheit: „Das macht die besondere Qualität von eHealth.Braunschweig aus" – entstanden sind: Versorgungsdienste wie die Gesundheitsdatenbank Niedersachsen oder die assistierenden Gesundheitstechnologien, die unter dem Dach der Modellwohnung im Heidberg vereint sind.

Und auch frische Ausbildungswege für das Handwerk, damit es die Wohnungen von Senioren mit Assistenzsystemen so ausstatten kann, dass sie sicher und dauerhaft in ihrem Zuhause wohnen können. „Wir brauchen altersgerechte Wohnungen", sagte die Niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan den Besuchern des Parlamentarischen Abends. Um Menschen „ein weitgehend selbstbestimmtes Leben auch im hohen Alter ermöglichen zu können".

Einigkeit herrschte darin, dass in den kommenden Jahren eine Menge passieren muss, damit e-Health zum festen Bestandteil des Gesundheitssystems werden kann. Bevor die Wohnungswirtschaft beginnt, Häuser mit intelligenten Lösungen einzurichten, müsse zuallererst die Kostenfrage geklärt werden, so Aygül Özkan.

Daniel Bahr verwies  darauf, dass der Austausch von Gesundheitsdaten hohe Sensibilität erfordere. „Die Sorgen der Patienten sind sehr groß." Man könne nur dann Akzeptanz für e-Health schaffen, „wenn man diese Sorgen alle in den Diskussionsprozess aufnimmt". Darunter fällt auch die Befürchtung der Senioren, von neuen Technologien bevormundet oder kontrolliert zu werden. Im Vordergrund müssten Wünsche und Bedürfnisse stehen. Daniel Bahr: „Wir brauchen nutzerorientierte Anwendungen."

Seinen Beitrag dazu wird eHealth.Braunschweig weiter leisten – auch nach Ende der Förderung. „Wir werden eHealth.Braunschweig als Marke und als Verein weiterführen", sagte Maik Plischke in Berlin. Die Leitlinie – die patientenzentrierte Versorgung – bleibt bestehen. Für Aygül Özkan ist das der richtige Ansatz. „Der Mensch mit seinem gesundheitlichen Wohlergehen muss im Mittelpunkt des Interesses sein."