23.09.2013

Mit künstlichem Finger:


Chaos Computer Club hackt Apples neues iPhone 5s

Wie hackt man ein iPhone 5s? So wie in diesem YouTube-Video, meint der Chaos Computer Club. Screenshot: IT-Region 38
Wie hackt man ein iPhone 5s? So wie in diesem YouTube-Video, meint der Chaos Computer Club. Screenshot: IT-Region 38

Wer hat sich das neue iPhone 5s gekauft? Und findet es eigentlich ganz gut, dass es einen Fingerabdrucksensor hat, um vor fremden Zugriff zu schützen? Nun, so richtig gut zu wirken scheint der Schutz nicht – meint zumindest der Chaos Computer Club, der nach eigenen Angaben die biometrische Sicherheitsfunktion des iPhone 5s geknackt hat.

Auf seiner Webseite berichtet der Chaos Computer Club (CCC), dass eines seiner Mitglieder mit dem Pseudonym starbug den Sensor gehackt habe – mit einem Fingerabdruck, der von einer Glasoberfläche abfotografiert wurde, um einen künstlichen Finger zu erzeugen. So sei man mit einfachen Mitteln in der Lage gewesen, ein mit TouchID geschütztes iPhone 5s zu entsperren.

Frage der Granularität

Ist das iPhone 5s also gar nicht so sicher, wie Apple es den Käufern weismachen will? Der CCC meint: Nein.

„Tatsächlich hat der Sensor von Apple nur eine höhere Auflösung im Vergleich zu bisherigen Sensoren. Wir mussten nur die Granularität unseres Kunstfingers ein wenig erhöhen", erklärt starbug.

Und schiebt nach: „Seit Jahren warnen wir immer wieder vor der Verwendung von Fingerabdrücken zur Zugriffssicherung. Fingerabdrücke hinterlassen wir überall, und es ist ein Kinderspiel, gefälschte Finger daraus zu erstellen."

Dumme Idee?

Für CCC-Sprecher Frank Rieger ist die Aktion ein harter Schlag gegen die Biometrie-Industrie.

„Wir hoffen, dass dies die restlichen Illusionen ausräumt, die Menschen bezüglich biometrischer Sicherheitssysteme haben. Es ist einfach eine dumme Idee, etwas als alltägliches Sicherheits-Token zu verwenden, was man täglich an schier unendlich vielen Orten hinterlässt."

Auf den Leim gegangen

Laut CCC kann man für den Hack mit dem künstlichen Finger einfache Materialen nutzen – darunter Laserdrucker, Transparenzfolie und Holzleim. Hier gibt ein kleines Video Einblick in die Taktik.

Was sagt Apple zu seinem geknackten Handy? Eine offizielle Stellungnahme steht aus – wenn sie den kommt.

Große Sorgen muss sich das Unternehmen wohl nicht machen, das iPhone 5s wird sich wohl weiter so einträglich verkaufen wie bisher.