06.09.2013

Vorurteile gegen Rechnerwolken


Cloud Computing? Im Mittelstand gibt es viele Totalverweigerer

Wir von IT-Region 38 können fast den Eindruck gewinnen, als führe kein Weg mehr an Cloud Computing vorbei. Kein Tag vergeht, ohne dass Anbieter von Cloud-Services Vorteile wie Skalierbarkeit, Ortsunabhängigkeit oder nutzungsabhängige Abrechnung in den Himmel heben. Weswegen wir uns fragen: Hat sich Cloud Computing schon in den Köpfen aller eingebrannt? Gibt es überhaupt noch Menschen, die sich der Rechnerwolken erwehren? Und siehe da: Ja, die gibt es.

Eine aktuelle Umfrage der Marktforschungs- und Beratungsfirma Pierre Audoin Consultants (PAC) deckt einen gravierenden Mangel an Cloud-Bereitschaft im industriellen Mittelstand auf.

Laut der Studie in Auftrag von Freudenberg IT (FIT) gibt es einen hohen Anteil an Cloud-Totalverweigerern: Mehr als 40 Prozent aller befragten Fertigungsunternehmen lehnen Cloud Computing in jeder Form prinzipiell ab.

Gegenwind durch Kleine

Vor allem in kleineren Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern halten sich hartnäckig Vorurteile. So hegen 70 Prozent der Befragten in dieser Unternehmensgruppe Bedenken in Bezug auf Performance und Verfügbarkeit.

„Dieses Ergebnis steht in scharfem Kontrast zu der Tatsache, dass Cloud Computing gerade für kleinere Mittelständler ein überaus kostengünstiger Hebel sein kann – nicht nur für mehr Servicequalität, sondern auch für höhere Reaktionsschnelligkeit bei der Anpassung der IT an neue Anforderungen", meint PAC-Analyst Karsten Leclerque.

Für die repräsentative Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut in der Bundesrepublik rund 140 IT-Entscheider und Produktionsleiter von mittelständischen Fertigungsunternehmen unterschiedlicher Größe.

Luft nach oben

Die Studie sagt, dass derzeit lediglich 18 Prozent aller mittelständischen Fertigungsunternehmen Cloud-basierte Speicher-, Backup- oder Serverdienste nutzen.

16 Prozent setzen Software-as-a-Service (SaaS) für Nischenlösungen wie CRM (Customer Relationship Management), HR (Human Resources) und PLM (Product Lifecycle Management), ein.

Und bei gerade einmal sechs Prozent dient SaaS auch als strategische Softwareplattform. Es gibt also noch Luft bis zur Decke.