24.01.2013

Leitthema CeBIT 2013


Die Devise der Shareconomy: Nutzen statt Besitzen und offen sein für Neues

Die CeBIT macht Shareconomy zum Leitthema für 2013 – dahinter steckt das Teilen und das gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen, Erfahrungen und Kontakten als neue Formen der Zusammenarbeit. Foto: Deutsche Messe
Die CeBIT macht Shareconomy zum Leitthema für 2013 – dahinter steckt das Teilen und das gemeinsame Nutzen von Wissen, Ressourcen, Erfahrungen und Kontakten als neue Formen der Zusammenarbeit. Foto: Deutsche Messe

Shareconomy – so lautet das Leitthema der CeBIT 2013 vom 5. bis 9. März. Was genau steckt dahinter? IT-Region 38 erklärt die neue Ökonomie des Teilens und zitiert dazu zuallererst Harald Heinrichs, Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Leuphana Universität Lüneburg: „Insbesondere die jüngere Generation hat die Vorteile einer Ökonomie des Teilens wiederentdeckt und belebt sie dank der Internettechnologie neu. Hier liegt großes Potenzial für eine neue Nachhaltigkeit, die politisch und gesellschaftlich unterstützt werden sollte."

Das Teilen (englisch: to share) von Wissen, Ressourcen oder Kontakten kann jedem von uns Chancen eröffnen – denkt man zum Beispiel an Carsharing-Modelle oder Entertainment-Portale, die Millionen Musiktitel zum Anhören auf Zeit bereitstellen. Nutzen statt Besitzen heißt hier die Devise.

Wirtschaft macht`s nach

Auch im Business-to-Business-Umfeld steigt die Nachfrage nach Mietmodellen: Rechenleistung wird mit wenigen Klicks im Netz angemietet, statt eine teure und schnell veraltete Infrastruktur aufzubauen. Und Software wird nach der tatsächlichen Nutzungszeit bezahlt und nicht mehr nach der Zahl der erworbenen Lizenzen.

Cloud Computing, also die Auslagerung von Daten ins Web, ist hierfür der Treiber. Cloud-Lösungen bieten flexible Finanzierungsmodelle und helfen so, Kosten zu sparen.

Verschwindende Grenzen

Hinzu kommt, dass der Einfluss von sozialen Netzwerken in der Welt des Teilens stark zunimmt. Die Grenzen zwischen Unternehmen und Organisationen werden durchlässiger.

Blogs, Wikis, Collaboration Tools oder Voting-Funktionalitäten werden in den nächsten Jahren die Arbeitswelt verändern – aber auch die Art und Weise, wie wichtige Entscheidungen gefällt werden.

Laut dem McKinsey Global Institute können Firmen dadurch ihre Produktivität um bis zu zwölf Prozent steigern.

Vorreiter IBM

Einige Unternehmen sind auf diesem Weg schon sehr weit. IBM beispielsweise bettet Social-Business-Tools in seine Kernprozesse ein, um die Kommunikation und den Wissenstransfer innerhalb von Lieferketten oder dem Mitarbeiterteam zu verbessern.

Link zu Kunden

Über Social Tools wollen Unternehmen ihre Kundschaft besser kennenlernen und ihre Erfahrungen mit der Marke (Customer Experience) verbessern.

Bei einer Studie des IBM Institute of Business Value gaben mehr als die Hälfte an, dass sie sich Feedback einholen. Sie setzen auf Anregungen von außen – etwa durch Crowdsourcing.

Offen für Neues

Auch der Einsatz von Open Innovation Plattformen, Community-Netzwerken, Suggestion Boxes (Weiterentwicklung des betrieblichen Vorschlagswesens), Jams (virtueller Ideenaustausch in großen Gruppen) oder Hack Days (zeitlich befristete Konzentration auf ein Thema) gewinnt an Bedeutung.

Münsters Sharing-Ansatz

Nicht nur Privatleute und Unternehmen profitieren von der Shareconomy, auch auf kommunaler Ebene birgt sie Potenzial – wie etwa die Firma citeq auf der CeBIT 2013 zeigen wird.

Der IT-Dienstleister der Stadt Münster stellt in Hannover einen Mängelmelder für Smartphones und PCs vor, mit dem Bürger über das Internet Missstände wie defekte Ampelanlagen oder lose Gehwegplatten aufdecken können.

Die Hinweise werden automatisch an die zuständige Dienststelle weitergeleitet. Guter Service: Jeder Einsender bekommt eine E-Mail mit der voraussichtlichen Bearbeitungsdauer und den Kontaktdaten des zuständigen Ansprechpartners.