19.02.2009

Tipps für die richtige Bewerbung


Die Frage nach der Familienplanung? „Diplomatisch beantworten!“

Grit Redes im Gespräch
Grit Redes im Gespräch

Der Berufseinstieg ist ein steiniger Weg, insbesondere Bewerbung und Vorstellungsgespräch jagen vielen Angst ein – dabei gilt es doch, einen kühlen Kopf zu bewahren. Für Grit Redes sind Bewerbungen das Tagesgeschäft. Die Recruiting Managerin hat im Dienste der Wolfsburger Unternehmensberatung ITC Automotive GmbH Hunderten von Kandidaten auf den Zahn gefühlt.

 


Der IT-Region 38 verrät sie, wie Kandidaten sich richtig präsentieren – und wie falsch.

 

  • Nicht wenige, die schon an der ersten Hürde scheitern: der Bewerbungsmappe mit Lebenslauf, Zeugnissen und Abschlüssen. Für die Zusammenstellung der Mappe wie für den Lebenslauf gilt: „Das Neueste kommt immer nach oben", sagt Grit Redes. Wenn ein Foto, dann unbedingt ein aktuelles. „Wichtig ist auch, dass das Anschreiben präzise formuliert ist. Wenn die Stellenannonce den Ansprechpartner nennt, dann muss sich das Schreiben auf ihn beziehen." Bewerbungen ohne konkreten Bezug zum Unternehmen transportieren kein wirkliches Interesse.
  • „Man sollte sich immer sehr gut auf das Gespräch vorbereiten. Dazu gehört, sich über das Unternehmen zu informieren." Grit Redes muss immer wieder feststellen, dass viele Kandidaten das Profil ihres potenziellen Arbeitgeber nicht kennen. Wie viele Niederlassungen hat das Unternehmen? Wie lauten die Geschäftsfelder? Wie hoch ist die Mitarbeiterzahl? Auf diese Fragen eine Antwort zu wissen ist Pflicht. Eine Internetrecherche sollte ausreichen, um alles Infos zu bekommen. „Wir sind über die Kandidaten im Bilde – und umgekehrt sollte es genauso sein."
  • Die Qual der Wahl: Das richtige Outfit zu finden fällt vielen schwer. „Die Kleidung muss dem Job angemessen sein", sagt Grit Redes. „Wenn wir einen Berater suchen, möchten wir ihn im Anzug sehen. Wenn wir auf der Suche nach einem Entwickler sind, kann es für sein Selbstvertrauen sprechen, wenn er keinen trägt."
  • Pünktlich sein! „Für die Fahrt zum Vorstellungsgespräch am besten einen Zug früher nehmen. Und immer die Telefonnummer griffbereit haben, um das Unternehmen sofort anrufen zu können, wenn man im Verkehr stecken bleibt", rät Grit Redes. Es spricht für die Professionalität des Kandidaten, wenn er daheim vor dem Rechner bei Google Maps recherchiert hat, wie lang der Weg vom Bahnhof zum Arbeitgeber ist.
  • Was reizt mich an dem Job? Warum bin ich der Richtige? Was will ich beruflich erreichen? Das Vorstellungsgespräch sollte den Beweis erbringen, dass sich der Kandidat mit seiner Persönlichkeit und seiner Qualifikation auseinander gesetzt hat. Und wie lautet die richtige Strategie, wenn man nach seinen Schwächen befragt wird? Verschmitzt antworten, dass man im Fall einer Autopanne keinen Reifen wechseln könne? „Eine clevere Antwort, aber ein wenig oberflächlich", meint Grit Redes. Ein Absolvent dürfe ruhigen Gewissens sagen, „dass ihm die Berufserfahrung fehlt – denn das will er durch seine Bewerbung ja ändern". Und wie verhält sich eine Absolventin, wenn sie Einblick in ihre Familienplanung geben soll? Sie persönlich habe in einem Vorstellungsgespräch noch nie gefragt, ob sich jemand Kinder wünsche, erzählt Grit Redes. Ihr Rat: „Diplomatisch antworten."

Ein Tipp zu guter Letzt: „Sich für das informative Gespräch bedanken. Auch gern im Nachgang per E-Mail, um den Kontakt zu halten. Damit zeigt der Kandidat, dass es ihm wirklich ernst ist." Was die Chance noch einmal erhöht, am Ende der oder die Glückliche zu sein – und einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben zu dürfen.