22.11.2010

IT-Region 38 - IHK - Podiumsdiskussion, Teil I


Die ganze Region muss zur Marke werden

Starkes Aufgebot (von links): Sven-Ove Wähling, Uwe Heinze, Jürgen Kreyßig, Manuel Höferlin, Maik Plischke, Susanne Robra-Bissantz, Frank Fauth, Julius von Ingelheim, Florian Bernschneider Foto: D. Alper
Starkes Aufgebot (von links): Sven-Ove Wähling, Uwe Heinze, Jürgen Kreyßig, Manuel Höferlin, Maik Plischke, Susanne Robra-Bissantz, Frank Fauth, Julius von Ingelheim, Florian Bernschneider Foto: D. Alper

Nahezu hundert Besucher, die gespannt waren, was die Frauen und Männer oben auf dem Podium zur Entwicklung der IT-Branche in der Region zu sagen haben, gut gelaunte Vertreter von Wirtschaft, Hochschule und Politik sowie Alexander Perl als Moderator der Diskussion – im Kongresssaal der IHK Braunschweig war alles angerichtet für eine Veranstaltung, die die Latte mit ihren Ausgangsfragen sehr hoch gelegt hatte: Ist die Informationstechnologie hinter der Automobilindustrie die Schlüsselbranche in der Region? Und kann sie deutschlandweit zur IT-Modellregion mit hoher Signalwirkung werden?

Als die Diskussion unter dem Titel „Informationstechnologie als unabdingbarer Bestandteil einer Wissens- und Kreativgesellschaft" zu Ende war, standen die Antworten fest. Zu Frage eins: Ja, sie ist es. Zu Frage zwei: Es wäre schön, wenn sie es würde.

Bundestagsabgeordneter Manuel Höferlin, Julius Graf von Ingelheim, Vorstandssprecher der Wolfsburg AG, die beiden Professoren Susanne Robra-Bissantz, TU-Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, und Jürgen Kreyßig, Dekan Fakultät Informatik Ostfalia, die beiden Geschäftsführer Dr. Maik Plischke, Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum, und Sven-Ove Wählung, Geschäftsführer Netzlink, sowie Frank Fauth von IT-Region 38 – sie alle waren sich über die Bedeutung der IT für die Region einig.

Und darüber, dass das allein nicht ausreicht, um stärker wahrgenommen zu werden. „Sie und auch wir in der Politik müssen mehr über die Branche reden", sagte Manuel Höferlin. Der IT-Unternehmer ist Mitglied der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft, der insgesamt 17 Bundestagsabgeordnete und eine Reihe von Sachverständigen angehören. Er verwies auf den Job- und Umsatzmotor IT: auf die 800.000 Menschen, die in Deutschland in der Branche arbeiten; und auf die 150 Milliarden Euro, die die Unternehmen geschätzt umsetzen.

Eins war man sich auch darin, dass sich die regionale Branche bewegen muss – unter Beteiligung von Hochschulen, Unternehmen und Politik. Die wichtigsten Meinungen, die im Laufe der 150 Minuten vorgetragen wurden:

• Die IT-Ausbildung muss praxisnäher sein – damit mehr junge Frauen und Männer ein Studium beginnen und es auch abschließen.

• Die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft muss ausgebaut werden.

• IT-Unternehmen benötigen sehr gute Arbeitskräfte. Doch müssen die Absolventen beim Antritt ihres ersten Jobs keine Alleskönner sein – solange sie Bereitschaft zeigen, sich weiterentwickeln zu wollen.

• Die IT muss weg von ihrem Image, lediglich ein Werkzeug für die Lösung eines Problems zu sein. Sie muss sich auf ihr Innovationspotenzial besinnen.

• Es ist ein Nachteil gegenüber anderen Branchen, dass IT-Unternehmen für die Entwicklung von Software keine Fördermittel bekommen.

• Die ganze Region muss zur Marke werden – in Sachen IT und darüber hinaus: Hier ist das Zuhause der Zukunft.

• Das Netzwerk von IT-Region 38 funktioniert nach innen sehr gut und hinkt nach außen hinterher. Die Aufforderung an IT-Region 38: Bitte deutschlandweit Lobby machen.

Einer mehr hat sich bereits überzeugen lassen. Manuel Höferlin, im Wahlkreis Worms zu Hause, twitterte am nächsten Tag: „Ich war gerne in Braunschweig und bin begeistert von der Region als IT-Zentrum. Klasse Unternehmen und Leute!"