22.09.2010

Nachlese "Tag der offenen Tür"


Ein Jahrzehnt Intel-Forschung & -Entwicklung in Braunschweig

Alles begann im Jahr 2000: Damals gründeten 30 Ingenieure die Giga Germany GmbH aus der SICAN-Gruppe aus und entwickelten Chips für optische Telekommunikation. Bereits ein halbes Jahr später klopfte der blaue Halbleiterriese aus Santa Clara an die Tür und Braunschweig wurde zu einem der aktuell drei Standorte von Intel in Deutschland.

 

Mittlerweile widmen sich mehr als 110 Fachleute in der Theodor-Heuss-Straße der Forschung und Entwicklung von Mikroprozessoren. Auch wenn dieser Standort nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil der weltweit 85.000 Intel-Mitarbeiter stellt, steckt dennoch in allen am Markt befindlichen Prozessorlinien ein Beitrag aus der Löwenstadt.

Im diesjährigen Herbst feiert der hiesige Standort sein 10. Jubiläum und zeigte am 21. September allen Interessierten bei einem Tag der offenen Tür, was hier auf die Beine gestellt wird. An insgesamt 28 Ständen wurden vergangene, aktuelle und zukünftige Entwicklungen präsentiert und das vielfältige Engagement des Konzerns an Universitäten, Fachhochschulen und Schulen gezeigt.

MARC: 48-Kern Forschungsprozessor

Dass Know-how auch jenseits des Intel'schen Tellerrandes geschätzt wird, zeigt die aktuelle laufende MARC-Initiative. Fast 40 verschiedene internationale Forschungseinrichtungen sind Teilnehmer der Many-Core Applications Research Community (MARC) und untersuchen in über 50 Projekten mit dem Single Chip Cloud Computer (SCC). Der Chip vereint 48 voll programmierbare Intel-Architektur-Rechenkerne, mehr als je zuvor auf einem einzigen Siliziumchip integriert waren. Der SCC wurde Ende vergangenen Jahres vorgestellt und maßgeblich von Intel Braunschweig mitentwickelt.

Zu den deutschen MARC-Mitgliedern zählen das Karlsruhe Institute of Technology, die RWTH Aachen, die Technische Universität Braunschweig, das Hasso-Plattner-Institute Potsdam, die Universität Paderborn und das Fraunhofer-Institut für Optronik. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf den Themenkomplexen Energieeffizienz und Multi-Kern-Programmierbarkeit.

Light Peak: Datentransfer der Zukunft

Besonders interessant sind sicherlich die Forschungsvorhaben, die gerade erst auf den Weg gebracht wurden. Eines dieser Projekte nennt sich Light Peak. Damit ist eine Technologie zum Austausch großer Datenmengen über eine Glasfaserverbindung gemeint, die Computer und Peripheriegeräte verbindet.

Derzeit werden die Daten mit 10 Gbit/s zwischen den Geräten transferiert. Diese Bandbreite soll jedoch innerhalb der nächsten 10 Jahre auf 100Gbit/s erhöht werden. Außerdem verfolgt Intel das Ziel, dass diese optische Technologie zum Standard wird und irgendwann USB, HDMI & Co. ersetzen wird.

Regionale Projekte

Die Intel Leibniz Challenge ist ein Schülerwettbewerb in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover, an dem SchülerInnen aus ganz Deutschland und deutschen Schulen im Ausland die Hintergründe von Informations- und Kommunikationstechnologien theoretisch und praktisch kennenlernen können.

Intel Braunschweig arbeitet zudem sehr eng mit der TU Braunschweigzusammen, unterstützt Forschungsprojekte und vergibt Stipendien, Praktikumsplätze sowie Studienarbeiten an Studenten. An der TUBraunschweig finanziert Intel zudem den Hauptstudiengang „Advanced VLSI-Design" (Very Large Scale Integrated Circuits), der sich mit der Entwicklung hochkomplexer Mikrochips befasst.

Beim alljährlich stattfindenden Girls‘ Day öffnet Intel Braunschweig – neben anderen technischen Unternehmen, Betrieben mit technischen Abteilungen und Ausbildungen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz Deutschland – seine Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Außerdem fördern die Stipendien des Intel Scholarship for Women-Programms Frauen dabei, technische Studiengänge zu belegen.

Braunschweig

Parallel zum runden Firmenjubiläum fand die Intel European Research and Innovation Conference 2010 (ERIC) vom 21. bis 22. September in der Braunschweiger Welfenakademie statt. Die Konferenz richtete sich an Entwickler und Forscher aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Unter dem Motto „Accelerate and amplify the European Research ecosystem to enable a strong innovation based economy and a more sustainable society" gab es Vorträge und Workshops zu den Themen Many Core und Parallel Programming, Embedded und Automotive Computing, Visual Computing in the Future Internet und Open Innovation in Europa. Im Oktober 2010 findet der zweite Teil von ERIC in Leixlip, Irland statt.