13.02.2013

Datenschützer schlugen Alarm


Facebook deaktiviert Gesichtserkennung

Von den Servern verschwunden: Biometrische Daten der Nutzer
Von den Servern verschwunden: Biometrische Daten der Nutzer

Wie der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) kürzlich mitteilte, wurde das im vergangenen Jahr eingeleitete Verfahren gegen Facebook hinsichtlich der Gesichtserkennung nun eingestellt. Mittlerweile wurde die Funktion europaweit abgeschaltet.

„Facebook hat auf unseren Druck reagiert und die rechtswidrige Erhebung personenbezogener Daten eingestellt sowie die zur Dokumentation erforderlichen Auskünfte erteilt", teilte Johannes Caspar, der zuständige Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit mit. Auch sagte das Unternehmen zu, künftig die entsprechenden datenschutzrechtlichen Vorgaben zu erfüllen. Die Gesichtserkennungsfunktion war für viele Nutzer zwar vorwiegend eine praktische Hilfe, Datenschützern und auch Politikern wie Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner allerdings war sie schon lange ein Dorn im Auge.

Weitere Verfahren angedroht

Ob die Funktion eines Tages seinen Weg zurück findet, ist derweil unklar. Die Hamburger Vertreter wiesen die Betreiber des sozialen Netzwerks dazu darauf hin, dass im Falle einer Wiedereinführung der Gesichtserkennung - ohne Berücksichtigung der deutschen und europäischen Datenschutzvorgaben - umgehend ein neues Verfahren eingeleitet wird.

Löschung bereits durchgeführt

Die angekündigte Löschung der bisher erfassten biometrischen Daten wurde nachweislich durchgeführt. Die aus dem Verfahren gesammelten Erkenntnisse sollen ebenso dem irischen Datenschutzbeauftragten vorgelegt werden, diese stellen zurzeit eigene Untersuchungen an.

Handbuch für sicheren Umgang

Für einen bewussteren Umgang mit dem Thema Datenschutz bei Facebook hat der HmbBfDI, sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmen, ein eigenes Handbuch veröffentlicht. Darin enthalten sind wertvolle Hinweise und Tipps zum Umgang mit der umfangreichen Plattform.

Nachzulesen ist etwa, dass User häufig gedankenlos Fotos veröffentlichen, die sogenannte „Geo-Daten" enthalten. Sprich: Über das hochgeladene Foto lässt sich der genaue Aufnahmestandort ermitteln. Sollte dies sogar das eigene Heim sein - könnte es gefährlich werden. Auch wird darauf hingewiesen, dass sich Facebook über die Nutzungsbedingungen unter anderem das Recht einräumt, private Charts nach bestimmten Schlagworten und Mustern zu durchsuchen. In der Praxis bedeutet dies: Es bleibt nicht beim Vier-Augen-Gespräch.

Zu finden ist das Handbuch als pdf auf www.datenschutz-hamburg.de.