31.07.2013

Digitaler Untergrund


Into the Deep: Kriminelle und Spinner herrschen im Darknet

Sieht so das Darknet aus? Im Verborgenen: finstere Gestalten und ihre dunklen Machenschaften.
Sieht so das Darknet aus? Im Verborgenen: finstere Gestalten und ihre dunklen Machenschaften.

Schon mal im Darknet gewesen? Nein? Gut so. Das Internet, wie wir es kennen und nutzen, mutet beschaulich und klein an – verglichen mit seiner dunklen Seite, ebendiesem Darknet. Der Weg in die digitale Unterwelt führt nicht über normale Suchmaschinen und Browser. Eher erinnert der Eintritt in die virtuellen Abgründe an Geheimlogen – man sollte schon Eingeweihte kennen oder selbst etwas anbieten, das interessant oder illegal ist.

Die Zeitschrift Wunderwelt Wissen berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, dass es hier alles gibt, was es im normalen Web nicht gibt: Drogen, Hackerdienste, Kreditkarteninformationen, Waffen, Chemikalien, Falschgeld und übelste Pornografie.

Verkäufer und Käufer hinterlassen nicht wie üblich Spuren durch ihre IP-Adresse – sie genießen Anonymität.

Unter der Spitze des Eisbergs

„Das sogenannte Darknet stellt den wesentlich umfangreicheren Teil des World Wide Web dar. Es verhält sich wie mit einem Eisberg: Alles, was über der Oberfläche zu sehen ist, ist das Internet, alles unterhalb der Wasserfläche ist das Darknet", sagt Ronald Schulze, Geschäftsführer des IT-Expertenkreises beim Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Natürlich gibt es im digitalen Untergrund nicht nur Sex and Crime. Ursprünglich ist das Netzwerk entstanden, um politisch Unterdrückten und Regimekritikern in Staaten wie Afghanistan, China oder Iran die Möglichkeit zu geben, sich sicher und vor Repressionen geschützt zu vernetzen und politische Aktionen zu starten.

Anziehungspunkt für Gauner

Doch damit zog das genauso Deep Web und Hidden Web genannte Netz auch Spinner, Dubiose und Kriminelle an.

Reger Verkehr herrscht auf der Silk Road, sozusagen dem Amazon für illegale Ware. In erschlagender Menge gibt es auf diesem Schwarzmarkt von Ecstasy über LSD, Heroin, Kokain, halluzinogenen Pilzen bis zu Psychopharmaka alles Erdenkliche.

Google greift nicht

„Hauptproblem ist, dass der Content des Darknets von den klassischen Suchmaschinen, wie etwa Google, nicht erfasst wird – er ist einfach nicht greifbar", sagt Schulze.

Illegale Informationen und deren Urheber in diesem riesigen anonymen Speicherplatz ausfindig zu machen, nennt er „die größte Herausforderung für Strafverfolgungsbehörden".