17.08.2012

Auch Jembke ist dabei


Long-Term-Evolution: Langsam wird es Zeit für den Durchbruch

Und nun also auch Jembke. Nach einer Pressemitteilung der Telekom zählt die Gemeinde im Landkreis Gifhorn seit neuestem zur Schar jener, die beim LTE-Ausbau dabei sind. Immer mehr Regionen, auch im ländlichen Raum, werden mit schnellem Internet versorgt. Die Telekom spricht zurzeit von insgesamt 8.000 Gemeinden und plant bis Jahresende, tausend weitere Standorte mit LTE auszustatten. Wird 2012 das Jahr des lang erwarteten kommerziellen LTE-Durchbruchs, der bis heute immer wieder verschoben wurde?

So richtig durchstarten wird der UMTS-Nachfolger LTE wohl erst dann, wenn alle gängigen Smartphones und Notebooks die Long-Term-Evolution-Technik unterstützen. Noch ist das nicht der Fall.

Üppige Wachstumsvorhersage

Der Branchenverband Bitkom glaubt dennoch an den neuen Mobilfunkstandard und prognostiziert ihm ein rasantes Wachstum. Bis 2016, so Bitkom mit Verweis auf eine aktuelle Studie des European Information Technology Observatory, wird die Zahl der mobilen Breitbandanschlüsse in Deutschland von zuletzt knapp 100.000 auf voraussichtlich 34 Millionen steigen.

Deutschland ganz vorn

Dann werden 41 Prozent der Bundesbürger einen solchen schnellen Internetzugang nutzen. Deutschland liegt damit an der Spitze in Westeuropa. In Großbritannien werden in vier Jahren voraussichtlich 39 Prozent der Einwohner mit LTE per Hochgeschwindigkeit online gehen, in Italien 35 Prozent und in Frankreich und Spanien jeweils 32 Prozent. Im Durchschnitt aller westeuropäischen Länder beträgt der Anteil der Prognose zufolge 37 Prozent.

Surfen in Höchstgeschwindigkeit

Der LTE-Standard ermöglicht in erster Version Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 75 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Die derzeit in der Praxis meistgenutzte Bandbreite liegt zwischen 5 und 20 Mbit/s. Mit der anstehenden Weiterentwicklung des Standards zu LTE-Advanced werden 10 bis 60 Mbit/s im Praxisbetrieb erreicht.

Vorreiterstellung zahlt sich aus

Aus Bitkom-Sicht profitiert Deutschland davon, dass LTE hierzulande bereits Ende 2010 kommerziell gestartet ist – und nicht erst in diesem Jahr wie in den vergleichbaren großen westeuropäischen Ländern.

Es zahle sich auch aus, dass die Politik den Weg für die Nutzung der Frequenzen aus der sogenannten Digitalen Dividende frühzeitig frei gemacht hat. Diese Frequenzen sind durch die Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks nutzbar geworden und eignen sich besonders gut für eine Versorgung dünn besiedelter Regionen mit Breitband-Internet.

Kräftiger Invest

Zudem haben die Telekommunikationsunternehmen bereits hohe Summen in den Ausbau der Technologie investiert. Bis 2015 werden Investitionen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Euro in den LTE-Ausbau fließen.

Kritik an der Bundesnetzagentur

Der Ausbau könnte laut Bitkom noch schneller erfolgen, würde die Bundesnetzagentur die vorliegenden Anträge der Netzbetreiber zügiger bearbeiten können. Derzeit gibt es Verzögerungen bei der Genehmigung von Anträgen für die Aufrüstung bestehender Mobilfunkstationen auf den LTE-Standard.

13 Privilegierte...

Um die Lizenzvorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen, haben die Anbieter zunächst ländliche Gebiete ohne Breitbandanbindung mit LTE ausgerüstet. Die Versorgungsauflagen sind in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen und damit in elf der 13 mit Breitband unterversorgten Bundesländern erfüllt worden.

...und zwei hinken hinterher

In den beiden Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist laut Bundesnetzagentur der Ausbau bereits so weit vorangeschritten, dass auch dort in Kürze eine flächendeckende Breitbandversorgung dargestellt wird.

Die Not wird zur Tugend

Derzeit wird LTE vor allem als Internetzugang von Privathaushalten und Geschäftskunden in jenen Regionen genutzt, in denen kein Festnetz-Breitband verfügbar ist.

Gerätehersteller bewegen sich

Parallel dazu entwickeln die Hersteller neue mobile Endgeräte. Bereits länger verfügbar sind Modems und LTE-Sticks für PCs.

Inzwischen gibt es aber auch die ersten LTE-Smartphones, und in Kürze sollen LTE-fähige Tablet-PCs auf den Markt kommen.

Auch die Gemeinde Jembke darf sich darauf nun freuen.