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19.09.2013

Online-Wahlkampf


Merkel: Hunderttausende Fans, aber keiner folgt ihr



Am Sonntag ist ja Bundestagswahl, und weil die Redaktion von IT-Region 38 aus braven Staatsbürgern besteht, gehen wir geschlossen zur Urne. Weswegen wir uns heute Morgen die Frage stellten, welche Auswirkungen die Wahl wohl auf die Unterstützerzahlen in den sozialen Netzwerken von Merkel, Steinbrück & Co. haben. Und siehe da: So kurz vor dem Tag X tut sich einiges.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat beim größten sozialen Netzwerk Facebook aktuell rund 360.500 Likes. Damit führt sie den Vergleich der Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl klar an. Herausforderer Peer Steinbrück von der SPD kommt auf rund 50.200 Fans.

Es folgen Gregor Gysi (Linke) mit 25.300, Jürgen Trittin (Grüne) mit 11.800 und Rainer Brüderle (FDP) mit 4.600 Fans.

Nur Gewinner

Die Kanzlerin konnte in den letzten 30 Tagen rund 21.700 zusätzliche Fans hinzugewinnen, was einem Zuwachs von 6 Prozent entspricht. SPD-Kandidat Steinbrück gewann 15.600 Fans (plus 45 Prozent).

Gysi legte um 5.600 LIkes zu (plus 28 Prozent), Trittin um 1.300 (plus 12 Prozent) und Brüderle um 750 (plus 19 Prozent). Das hat eine aktuelle Untersuchung des Branchenverbands Bitkom zum Online-Wahlkampf ergeben.

Steinbrück zwitschert

Wie schaut es beim Kurznachrichtendienst Twitter aus? Hier hat Peer Steinbrück rund 53.000 Follower. In den vergangenen 30 Tagen konnte er die Zahl seiner Follower um 9.600 oder 22 Prozent steigern. Jürgen Trittin kommt auf 31.100 Follower (plus 11 Prozent).

Den stärksten prozentualen Zuwachs mit plus 37 Prozent auf 16.000 Follower erzielte Gregor Gysi. Ein direkter Vergleich aller Spitzenkandidaten ist bei Twitter aber nicht möglich, da weder Angela Merkel noch Rainer Brüderle über ein eigenes Profil verfügen.

Merkel im Lexikon

Ein weiterer Indikator für das Interesse der Wähler an einzelnen Politikern sind die Aufrufe beim freien Online-Lexikon Wikipedia. In den vergangenen 30 Tagen wurde der Eintrag zu Angela Merkel rund 131.600 Mal abgerufen. Das entspricht 4.386 Abrufen pro Tag.

Für Peer Steinbrück interessierten sich die Internetnutzer 107.800 Mal. Gregor Gysis Eintrag verzeichnete 37.700 Abrufe, Jürgen Trittins 27.500 und Rainer Brüderles 19.200. 

Wer sorgt für News?

Eine grobe Einschätzung der Präsenz von Politikern in den Online-Medien geben die Ergebnisse bei der Suche in Google News oder Bing News, die automatisch Schlagzeilen aus Hunderten im Internet verfügbaren Nachrichtenquellen zusammenstellen.

Hier spielt das Amt eines Politikers eine besonders große Rolle, weil die Medien unabhängig vom Wahlkampf über aktuelle politische Themen berichten. So zeigt Google News für Bundeskanzlerin Merkel derzeit 450.000 Artikel an, Peer Steinbrück kommt auf 172.000. Es folgen Jürgen Trittin mit 25.300, Rainer Brüderle mit 13.600 und Gregor Gysi mit 9.650.

Wahlkampf im Netz

Die Bedeutung des Internets für den Wahlkampf und die politische Meinungsbildung zeigte bereits eine im Mai veröffentlichte Bitkom-Studie. Danach informieren sich 60 Prozent der Bundesbürger über politische Themen im Web. Im Jahr der letzten Bundestagswahl 2009 waren es erst 45 Prozent.