14.05.2013

11.426 Erstsemesterinnen


Rekordhoch: Frauen gewinnen die Informatik lieb



Frauen und Informatik: Über diese Beziehung ist viel geschrieben und noch mehr geredet worden – meist darüber, dass beide nicht so recht miteinander können. Oder finden sie nun doch zusammen? Im vergangenen Jahr haben sich so viele Frauen für ein Informatik-Studium entschieden wie noch nie. 11.426 Studienanfängerinnen schrieben sich an deutschen Universitäten und Fachhochschulen ein. Professorin Ina Schaefer, Leiterin des Instituts für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik der TU Braunschweig, sagt IT-Region 38: „Das ist ein schöner Erfolg – aber es könnten gern noch mehr sein."

11.426 Studienanfängerinnen – das ist ein Anstieg um rund 14 Prozent binnen eines Jahres, berichtet der Branchenverband Bitkom.

Verglichen mit 2006, als sich gerade einmal 4.934 Frauen für die Informatik entschieden, hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.

Zum ersten Mal beträgt damit der Frauenanteil bei den Erstsemestern im Informatik-Studium mehr als ein Fünftel – nämlich 22,5 Prozent.

Für Informatik begeistern

Ina Schaefer schreibt dieses Ergebnis neben der größer werdenden Zahl an interdisziplinären Teilgebieten wie Wirtschafts-, Bio- und Sozioinformatik auch den Initiativen zu, die Mädchen und Frauen für MINT-Fächer begeistern wollen.

Jüngst beim Zukunftstag bekam Ina Schaefers Institut für Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik reichlich Besuch. „Wir hatten zwölf sehr interessierte junge Frauen bei uns."

Kaum Elektrotechnikerinnen

Zwar ist das Übergewicht an Männern im Informatik-Studium immer noch hoch. In anderen technischen Fächern aber fällt der Unterschied noch deutlicher aus.

So beträgt der Frauenanteil bei den Studienanfängern im Maschinenbau 19,5 Prozent, in der Elektrotechnik sind es sogar nur 12,7 Prozent.

Günstige Prognose?

Für einen dauerhaft höheren Anteil von Frauen in der Informatik stehen die Zeichen so günstig wie nie zuvor, meint der Branchenverband Bitkom – und verweist auf den hohen Fachkräftebedarf in der Branche.

„Noch habe ich keine wissenschaftliche Mitarbeitern in meinem Team", sagt Ina Schaefer. In Zukunft, so hofft sie, wird sich das endlich ändern.