20.11.2013

Interview mit Professor Harald Michalik


SpaceBot Cup 2013: Braunschweig, wir haben ein Problem

Das Team der TU Braunschweig mit seinem Roboter STEVE. Foto: DLR
Das Team der TU Braunschweig mit seinem Roboter STEVE. Foto: DLR

Zur „Leistungsschau der deutschen Robotik" erklärten die Veranstalter den SpaceBot Cup. Mittendrin in diesem Wettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt: ein Wissenschaftlerteam der TU Braunschweig. Weil keiner sein Soll erfüllen konnte, gewannen weder die Braunschweiger noch einer ihrer Konkurrenten den Wettstreit in Rheinbreitbach bei Bonn, für den sich eine Supercrosshalle in eine Weltraumlandschaft verwandelte. Stoff genug für IT-Region 38, um bei Professor Harald Michalik vom TU-Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze nachzufragen, wie er den SpaceBot Cup als Teilnehmer erlebt hat.

Herr Professor Michalik, mit welchen Eindrücken sind Sie vom SpaceBot Cup nach Braunschweig zurückgekehrt?

Die Grundidee war, eine Robotik unter den Bedingungen einer Mars-Mission zu zeigen. Bei dem Wettbewerb sind dann aber einige Dinge nicht so marsähnlich gewesen, wie man es eigentlich erwarten würde. Der Kontakt zur Bodenstation hat nicht so funktioniert wie gedacht, es war schwierig, steuernd einzugreifen. So war jedes kleine Problem, das man durch ein Kommando hätte lösen können, eben nicht mehr lösbar.

Wenn Sie auf Ihre Leistung blicken: Womit waren Sie zufrieden, womit nicht?

Das Szenario war sehr ambitioniert, weswegen alle Teams nur Teilaspekte präsentieren konnten. Wir haben gezeigt, dass wir Objekte autonom erkennen und autonom greifen können. Nicht zufrieden waren wir damit, dass wir uns mit unserem Roboter festgefahren haben. Weil wir eben keine Eingriffsmöglichkeiten hatten, war an dieser Stelle für uns Schluss.

Kann das, was in Ihrem Roboter steckt, tatsächlich einmal zu einer richtigen Mission in den Weltraum aufbrechen?

Das ist noch ein weiter Weg, weil zum Beispiel die Mechanik und Elektronik auf Standardkomponenten beruhen. Dass wir die nun in weltraumtaugliche Hardware umsetzen – das wäre ein nächster Schritt. Was wir uns aber in erster Linie hier an der TU Braunschweig auf die Fahne geschrieben haben, ist die autonome Objekterkennung: Die spezifische Sensorik, die wir in den Roboter eingebaut haben, könnte man jetzt schon transferieren.

Wann könnte das so weit sein?

Wir haben uns mit unserem Konzept und den Algorithmen, die wir dafür entwickelt haben, für eine Mars-Erkundungsmission der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Jahr 2018 beworben.

Bei einer Neuauflage des SpaceBot Cups sind Sie wieder am Start?

Ja, wir würden wieder mitmachen. Auch weil der Austausch zwischen den Teams von Forschungseinrichtungen und Universitäten hervorragend war. Gemeinsam die verschiedenen Ansätze und Probleme zu diskutieren – das war eine Erfahrung für sich.