20.08.2013

Kurznachrichten-Rekord


Totgesagt? Die SMS ist quicklebendig



Gibt es noch Menschen, die SMS versenden? Es scheint so, denn die heutige Nachricht von IT-Region 38 zeugt davon. Tatsächlich steigt die Zahl der verschickten Kurznachrichten seit Jahren von Rekord zu Rekord. Allein 2012 wurden in Deutschland mehr als 59 Milliarden SMS versendet – ein Plus von fast 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Seit Jahren wird der drohende Niedergang der SMS wegen der Konkurrenz von Apps vorhergesagt. Doch die Handy-Kurzmitteilung trotzt dem App-Boom.

Denn viele neue Anwendungen für SMS sind zuletzt hinzugekommen: etwa die Benachrichtigung über Flugverspätungen, der Parkscheinkauf oder die Mobile-TAN fürs Online-Banking.

Und wieder ein Rekord

2013 werden nach Berechnungen des Branchenverbands Bitkom voraussichtlich 63 Milliarden SMS versendet – eine Steigerung um gut 6 Prozent.

Im Schnitt verschickt jeder Deutsche mittlerweile 740 SMS pro Jahr. 1999 waren es erst 44 SMS.

Kein Kannibale

„Die neuen Messenger-Dienste für Smartphones kannibalisieren die klassische SMS bislang nicht, sondern sind als neue Nutzungsform hinzugekommen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Klassische SMS und ihre Multimedia-Nachfolger würden noch einige Zeit nebeneinander existieren.

Allerdings lässt die wirtschaftliche Bedeutung der Kurznachrichten nach. So ist der Anteil von SMS und MMS am Umsatz mit mobilen Datendiensten seit Jahren rückläufig. 2009 lag er über 50 Prozent, 2012 nur bei rund 35 Prozent.

Flatrate ist in

Viele Kunden nutzen Mobilfunkverträge mit einer SMS-Flatrate. Zudem können Kurznachrichten netzintern mittlerweile meist kostenlos verschickt werden. Fast 70 Prozent aller SMS werden netzintern versendet.

Lange bevor die E-Mail mobil wurde, ermöglichte die SMS, Nachrichten unabhängig von Ort und Zeit zu übermitteln. Die Vorteile der SMS: Seit 1994 funktionierte sie auf jedem Handy, benötigt keine Internetverbindung und keine gesonderte Anmeldung.

SMS-Boom

Günstige Preise und die Einführung der Prepaid-Karten Ende der 90er Jahre führten zu einem Handy- und damit zu einem SMS-Boom. MMS, also Bilder und Filme, können seit einigen Jahren ebenfalls per Handy verschickt und empfangen werden.

Als Nachfolger der MMS bieten die Netzbetreiber für Smartphone-Besitzer ihren Dienst „Joyn" an. Mit dieser netzübergreifenden App können Kurznachrichten, Dateien, Bilder und Videos getauscht werden. Auch Videotelefonate sind möglich.

Jeder hat eins

In Deutschland gibt es rund 113 Millionen Mobilfunkverträge, fast 1,4 pro Einwohner. Laut einer repräsentativen Umfrage im Bitkom-Auftrag haben 87 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre mindestens ein Handy.