23.05.2012

Social Media für Unternehmen


Über Security Awareness, Social Engineering – und den großen Preis des Web 2.0

vlnr.: Axel Allerkamp, Gerald Fricke, Holger Paxmann, Christian Eisele und Frank Fauth, Foto: privat
vlnr.: Axel Allerkamp, Gerald Fricke, Holger Paxmann, Christian Eisele und Frank Fauth, Foto: privat

Draußen fast 30 Grad, drinnen mehr als hundert Besucher. Es musste also einen guten Grund geben, warum die bei bestem Wetter für voll besetzte Stuhlreihen im Kongresssaal der IHK Braunschweig sorgten. Tatsächlich waren es sogar deren vier, nämlich „die Fantastischen Vier aus Braunschweig", wie Frank Fauth, Gründer von IT-Region 38, die Protagonisten der Veranstaltung „Marketing 2.0 – Einsatz von Social Networks in Unternehmen" begrüßte.

Mit Axel Allerkamp, Holger Paxmann, Christian Eisele und Gerald Fricke hatte IT-Region 38 eine Reihe von Fachleuten eingeladen, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten.

Springers Awareness-Kampagne

Axel Allerkamp wohnt in Braunschweig und leitet die IT- und Informationssicherheit bei Axel Springer. Er stellte seine Awareness-Kampagne vor, die 10.000 Springer-Mitarbeiter dafür sensibilisieren soll, dass unbedachtes Verhalten in sozialen Netzwerken und darüber hinaus Datendiebstahl und Hackerattacken Tür und Tor öffnet.

Herzstück der Kampagne ist Paul Metador – eine virtuelle Figur, die durch ihre kumpelhafte Art die Mitarbeiter emotional anspricht und auf eine nette, unterhaltsame Art Sicherheitsrisiken und Maßnahmen zur Informationssicherheit kommuniziert. Mit Erfolg, meint Axel Allerkamp. „Unsere Mitarbeiter beschäftigen sich mit dem Thema, weil sie sich persönlich mit Paul identifizieren können."

Spionage per Facebook

Security Awareness schiebt Social Engineering den Riegel vor – und letzteres war das Thema von Holger Paxmann. Der Braunschweiger arbeitet für das Niedersächsische Innenministerium und erklärte, wie sich Cyber-Kriminelle das Vertrauen in sozialen Netzwerken erschleichen (prominentes Beispiel: der Fall James Stavridis), welchen Schaden Unternehmen dabei nehmen und wie sie sich schützen können.

Wegweiser durch das Netz

Ein Social Media Leitfaden ist eine Schutzmaßnahme. Christian Eisele, Fachanwalt für IT-Recht von der Braunschweiger Kanzlei jurawerk, erläuterte Sinn und Zweck dieser Verhaltensrichtlinien für Mitarbeiter.

Ein guter Leitfaden gibt dem Mitarbeiterteam Orientierung, wie es sich im Netz über sein Unternehmen äußern darf und wo Grenzen sind. Er schützt das Know-how des Unternehmens, hält Betriebsinterna unter Verschluss und zeigt, wie Mitarbeiter in sozialen Netzwerken als Unternehmensbotschafter auftreten können.

Flammendes Plädoyer

Bester Botschafter des Web 2.0: Gerald Fricke vom Institut für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig. Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die kooperative Kraft des Netzes – gewohnt scharfzüngig und pointiert.

Risiken und Gefahren? Scharlatane und böse Buben? Na klar gibt's die! Aber dem mit dem Web 2.0 verbundenen großen Preis können die doch nichts anhaben. Nämlich „die große Chance, dass Menschen miteinander kooperieren". Und die Welt tatsächlich ein wenig besser machen.

Besonderer Service: Hier die Präsentation jura:werk, Rechtsanwalt Christian Eisele, Leitfaden für den Einsatz von Social Networks in Unternehmen.