07.09.2010

200.000 Verbrechen im Internet…


…und nun gerät das Smartphone ins Fadenkreuz



Internet-Nutzer müssen sich gegen neue Formen der Online-Kriminalität wappnen, erklären der Branchenverband Bitkom und das Bundeskriminalamt (BKA) in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „In immer mehr Kriminalitätsbereichen verwenden Betrüger das Internet", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Im Jahr 2009 wurden mehr als 200.000 Fälle mit Tatmittel World Wide Web registriert – 23 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

 

Um 33 Prozent auf rund 50.000 Fälle stieg die sogenannte IuK-Kriminalität – also Straftaten, die mithilfe oder gegen moderne Informations- und Kommunikationstechnik begangen wurden. Das BKA beobachtet arbeitsteilig vorgehende, international agierende Tätergruppen, denen es um möglichst hohe Profite geht.

Raub vom Bankkonto

Zwei Prozent der Internet-Nutzer sind schon einmal Opfer eines Betrugs beim Online-Banking geworden – Tendenz stark steigend. Das BKA rechnet in diesem Jahr mit bis zu 5.000 angezeigten Phishing-Fällen. Das ist ein Plus von 71 Prozent.

Die Schadenssumme durch betrügerische Geldabhebungen wird der Prognose zufolge bei 17 Millionen Euro liegen. Neu ist Schadsoftware, die gleichzeitig Online-Banking- und Kreditkartendaten ausspioniert.

Neue betrügerische Qualität

Den Hauptgrund für steigende Phishing-Zahlen sieht das BKA in der neuen Qualität von Programmen, anspruchsvolle Sicherungsmechanismen zu überwinden. Auch die Angriffsmethoden zur Infektion von PCs mit Schadprogrammen seien raffinierter geworden. „Die simple Eingabe von Geheimzahlen reicht als Sicherheitsmaßnahme bei Überweisungen längst nicht mehr", so Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf.

„Gesundes Misstrauen und eine moderne Sicherheitsausstattung des PCs sind ebenso wichtig. Wer das beherzigt, für den ist Online-Banking eine sichere Sache", meint Kempf. Laut Bitkom verzichten bislang 28 Prozent der Internet-Nutzer aus Sicherheitsbedenken auf Online-Banking.

Aus Spiel wird Ernst

Laut BKA gibt es erste Anzeichen dafür, dass mit der steigenden Nutzung von Smartphones ein neuer Trend der IuK-Kriminalität einhergehen könnte. So wurden Programme ausgemacht, die sich als Spiele-Applikationen ausgaben – und im Hintergrund teure Mehrwert-SMS verschickten.