10.10.2013

Snowden und die Folgen:


Wenn Shoppen im Internet keine Lust mehr macht

Dem Einkaufen im Internet werden gemeinhin hohe Wachstumsraten prognostiziert. Aber was passiert, wenn wir das Vertrauen in die Technik verlieren? Und in die Menschen, die dahinter stecken? Abhörskandal, Cyberspionage, Datenaufzeichnung: Was die Deutschen stets als Bedrohung ansahen, ist seit der Snowden-Affäre Realität geworden. Und das lässt die Einkaufslust der Verbraucher spürbar sinken.

Fast jeder zweite deutsche Verbraucher sieht Gefahrenpotenziale für die Datensicherheit beim Online-Einkaufen. Mehr noch – zwölf Prozent versuchen seit dem Datenskandal Einkäufe im Netz zu vermeiden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, die das Online-Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting im Auftrag der Internet World Messe unter mehr als 1.000 deutschen Internet-Nutzern durchgeführt hat.

Vertrauen futsch

Viele Nutzer sehen seit der Snowden-Affäre ihr Vertrauen in die Sicherheit ihrer persönlichen Daten im Internet erschüttert und sind sensibilisiert im Hinblick auf Risiken beim Online-Einkaufen oder der Nutzung sozialer Netzwerke.

Mehr als die Hälfte der Nutzer gibt an, seitdem an der Datensicherheit zu zweifeln. Dabei zeigen sich ältere Nutzer deutlich verunsicherter als jüngere. Gleiches gilt für Einwohner kleinerer Orte, die sich als sensibler erweisen als Großstädter.

Schnelle Updates

Als direkte Konsequenz der Snowden-Enthüllungen haben 70 Prozent der Internet-Nutzer ihre Schutzsoftware auf den neuesten Stand gebracht.

Für ebenso viele Nutzer sind Datenschutzthemen nun wichtiger als zuvor. Vor allem Nutzer aus den neuen Bundesländern geben an, dass die Affäre ihr Online-Nutzungsverhalten beeinflusst habe.

Angst vor WLAN

Gefahren für die persönliche Datensicherheit fürchten Nutzer vor allem bei der Einwahl in öffentliche WLANs (71 Prozent) sowie bei der Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook (58 Prozent), wohingegen der E-Mail-Verkehr weniger gefahrenreich wahrgenommen wird (31 Prozent).

Totalverweigerer

Rund 60 Prozent kaufen aus Angst vor Datenmissbrauch ungern bei kleineren bzw. unbekannten Online-Händlern ein.

Zwölf Prozent der Verbraucher geben sogar an, dass sie seit Enthüllung der Spähprogramme Einkäufe im Internet zu vermeiden versuchen.