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26.08.2013

Digitaler Nachlass


Wozu schreiben wir ein Online-Testament?

Die eigene Vergänglichkeit – das ist ein Gedanke, den man lieber beiseiteschiebt. Aber diese Fragen sollte jeder von uns für sich beantworten: Wer darf eigentlich auf meine E-Mails oder Daten in der Cloud zugreifen, wenn ich lange krank bin oder sterbe? An meinem eigenen Rechner daheim und im Unternehmen? IT-Region 38 nimmt sich dieses schwierigen Themas einmal an und liest dazu einen Artikel in der aktuellen Ausgabe des IT-Magazins iX.

Im Falle des Todes gilt nach deutschem Recht der Grundsatz der Gesamtrechtsnachfolge. Wer erbt, bestimmt ein Testament. Liegt keines vor, entscheidet die gesetzlich geregelte Erbfolge.

Das gilt für E-Mail-Konten und Konten auf sozialen Netzwerken oder Webseiten der verstorbenen Person genauso wie für Daten in der Cloud.

Erbschein als Nachweis

Voraussetzung für den Zugriff auf diese Accounts ist der Erbschein. Er legitimiert den Erben als Berechtigten. Schwieriger wird es, wenn mehrere Erben eine Erbengemeinschaft bilden und sich die Erben nicht einig sind.

In Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die private Mitnutzung der IT-Infrastruktur gestatten, stellt sich ein ähnliches Problem. Fehlen klare Regelungen in Verträgen oder Betriebsvereinbarungen, ist ein Zugriff auf möglicherweise wichtige geschäftliche E-Mails nicht gestattet, weil diese mit privaten Nachrichten vermischt sein könnten.

„Im Fall der Fälle"

„Jedem Unternehmen ist daher dringend zu raten, entsprechende Vorkehrungen zu treffen", meint iX-Redakteurin Ute Roos. „Dann kann ein Zugriff auf die Daten im Fall der Fälle unverzüglich erfolgen."

Die dabei gefundenen privaten Daten sollten den Erben übergeben werden. Solche Regelungen sollten aber nicht nur für den Todesfall gelten, sondern auch längere Krankheitszeiten und Urlaubsabwesenheiten erfassen.

Inactive Account Manager

Für eine technische Lösung hat Google jüngst den Inactive Account Manager vorgestellt. Er hilft zu bestimmen, was nach dem Tod mit den eigenen Daten geschehen soll.

Bei längerer Inaktivität – also nicht unbedingt nur auf den Todesfall bezogen – kann man dritten Personen den Zugriff auf seine Daten gewähren.

Online-Testament

Man kann auch einstellen, dass der Account mit sämtlichen Inhalten gelöscht werden soll. Diese Funktion wird als Online-Testament bezeichnet.