Interdisziplinäres Arbeiten – so lauten die Zauberwörter

Wie wär's mit einem MSc in Computational Sciences in Engineering? Kein Problem, zumindest nicht an der Technischen Universität Braunschweig. Der zweisprachige Studiengang, in dieser Form deutschlandweit einmalig, bildet die Computertechniker von morgen aus – und belegt, dass nicht nur reine Spezialisten die Geschichte der Computer fortschreiben werden, sondern gut ausgebildete Arbeitskräfte mit Know-how aus mehreren Fachbereichen gefragt sind.

Interdisziplinäres Arbeiten – so lauten die Zauberwörter, die die Welt an den Hochschulen verändert hat. Gerade in den Bereichen Informatik und Elektronik. Die TU macht vor, wie verschiedene Fachgebiete erfolgreich miteinander verknüpft werden. So wie die Informationsgesellschaft sich zunehmend vernetzt, so wachsen auch die Studiengänge in Braunschweig zusammen. Das Studium Computational Sciences in Engineering (CSE) kombiniert die Ingenieurwissenschaften mit der Angewandten Mathematik und Informatik. Das Ergebnis ist ein fachübergreifender Masterstudiengang mit internationaler Ausrichtung. Ein Großteil der Lehrveranstaltungen findet auf Englisch statt. Viele junge Männer und Frauen kommen aus dem Ausland nach Braunschweig, um CSE zu studieren; deutsche Studierende verbringen ein Semester an einer ausländischen Hochschule.

Von der Software- über die Automobilindustrie bis hin zur Luft und Raumfahrt – die Nachfrage der IT-Branche nach ausgebildeten Fachkräften ist hoch. Dass die TU nicht nur Fachgebiete zusammenführt, sondern auch Theorie und Praxis erfolgreich miteinander verbindet, zeigt die Verkettung mit dem Forschungsflughafen. „Die Technische Universität Braunschweig ist die einzige Hochschule in Deutschland, die Studenten ein eigenes Forschungsflugzeug bieten kann", nennt Josef Thomas, Geschäftsführer Forschungsflughafen, ein Beispiel. Der Vorteil, so nah an der Praxis sein zu können, werde gewaltige Früchte tragen.

Studienangebote der TU Braunschweig sind neben Computational Sciences in Engineering unter anderem auch Elektrotechnik, Informatik, Informations-Systemtechnik, Medizinische Informatik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik. Zu den Partnern der Uni zählen Volkswagen, Intel, Siemens, Lineas und viele mehr. Dass dieses eng gespannte Netz aus Lehre und Wirtschaft Ausgangspunkt mancher Erfolgsgeschichte ist, liegt auf der Hand.

Siehe Spin-offs: Die Extessy AG ist eine der Ausgründungen der Braunschweiger Universität. Das auf dem Wolfsburger Innovationscampus beheimatete Unternehmen testet – unter anderem im Auftrag der Automobilindustrie – die Funktion und die technischen Eigenschaften von Bauteilen oder ganzen Systemen. Und das nicht mit realen Prototypen auf dem Prüfstand, sondern anhand digitaler Modelle auf Rechnern. Zu den namhaften Kunden gehören Volkswagen und Audi, Deutsche Bahn und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Siemens und Blaupunkt. Eines der Erfolgsrezepte der Softwareentwickler und Ingenieure im Hause Extessy, na klar: interdisziplinäres Arbeiten.

Studierendenzahlen an der TU Braunschweig, Stand Sommersemester 2008/09
Informatik: 604
Wirtschaftsinformatik: 396
Elektrotechnik: 388
Informations-Systemtechnik: 167
Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik: 253
Computational Sciences in Engineering: 50

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