Der Hochschullehrer für Physik hat die Messmaschine, die in der Industrie für die Vermessung von Bauteilen im Zuge der Qualitätskontrolle zum Einsatz kommt, für das Programm „Großgeräte der Länder" beschafft.
„Wir sind immer bemüht, Lehrinhalte genau an den Geräten und Maschinen zu vermitteln, die unsere Absolventen später in den Betrieben vorfinden", sagt Johann Krauser.
Messkopfvarianten und Tasterwechsler
Die neue Messmaschine, eine CONTURA G2/RDS aus dem Hause Zeiss, ist eine Scanning-Plattform der jüngsten Generation. Sie biete angehenden Ingenieuren und Informatikern die Gelegenheit, diverse Messkopfvarianten und Tasterwechsler zu nutzen.
„Neu sind scannende und optische Tasterfunktionalitäten", erklärt Laboringenieur Bernd Stackfleth.
Komplexes Qualitätsmanagementsystem
Softwareseitig wird der Weg zu Offline-Anwendungen über CAD-Strukturen eröffnet, was eine Kernproblematik der heutigen industriellen Fertigung darstellt und die Anforderungen an ein modernes und komplexes Qualitätsmanagementsystem erfüllt.
Interdisziplinäre Bereicherung
Der Dekan des Fachbereichs Automatisierung und Informatik ist begeistert: „Die Messmaschine fügt sich in die technische Infrastruktur am Fachbereich sehr gut ein und ist interdisziplinär in den Studienrichtungen Automatisierungstechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen und Ingenieurinformatik einsetzbar", so Professor Bernhard Zimmermann.
Spaß an der Praxis
Bereits im ersten Semester sammeln die Studierenden im Rahmen des Physikpraktikums Erfahrungen an der Messmaschine. Johann Krauser ist sich sicher, dass sie jede Menge Spaß an der praxisnahen Arbeit haben werden.
„Die angehenden Ingenieure müssen lernen, die vorhandenen Messmittel richtig einzusetzen. Dabei ist es wichtig, sich Gedanken über die Genauigkeit der Instrumente und die Bewertung der unvermeidlichen Messfehler zu machen", sagt er.
Arsenal an Messgeräten
Nach Angaben der Hochschule Harz verfügt sie über eine große Bandbreite an Messgeräten, das von Messschieber und Mikrometerschraube bis zum Laserinterferometer und der neuen Koordinatenmessmaschine reicht.
Höheren Semestern kommen diese Geräte in Veranstaltungen zugute, die sich mit der Koordinatenmesstechnik und ihrem Einsatz in der Qualitätskontrolle befassen. In diesen Kursen lernen die Teilnehmer die verschiedenen Tastköpfe kennen.
ViSCAN und VAST XXT
Etwa den optischen Tastkopf ViSCAN, der sich für die 2D-Bildanalyse an kleinen Teilen und zur berührungslosen Messung an weichen Werkstücken eignet. Oder den VAST XXT, der dank seiner High-Speed-Scanningfähigkeit nahezu jede Messaufgabe ausführen kann.
Anwendungen für Informatiker
Dabei kommen auch die Informatiker nicht zu kurz. Sie können mit der neuen Anlage alle Messungen schon vorab offline programmieren und den Messablauf simulieren, ohne dass das Werkstück vorhanden ist.
Schulungen für Harzer Wirtschaft
In der vorlesungsfreien Zeit sollen Schulungen an der Koordinatenmessmaschine für die regionale Industrie angeboten werden. Schwerpunkte sind bedarfsgerechte Schulungen für Mitarbeiter im Qualitätsbereich sowie die Hilfestellung bei der Qualitätssicherung durch Teilevermessung und Fehlersuche an Bauteilen.
Auch die Unterstützung zur beruflichen Weiterqualifizierung auf dem Gebiet der Qualitätssicherung ist geplant.
Anfragen hierzu beantwortet Diplom-Ingenieur Bernd Stackfleth. Kontakt: (0 39 43) 65 93 92, bstackfleth@hs-harz.de.