Ungewöhnliche Projektpartnerschaft: Ralf Schult (links), Sachgebietsleiter Badeanlagen, und Professor Olaf Drögehorn. Bild: Hochschule Harz
Ungewöhnliche Projektpartnerschaft: Ralf Schult (links), Sachgebietsleiter Badeanlagen, und Professor Olaf Drögehorn. Bild: Hochschule Harz

Programmierprojekt mit Spaßfaktor

Hochschule schickt Informatikstudierende zur Prüfung – ins örtliche Schwimmbad

Hörsaal, Bibliothek und der Schreibtisch daheim – das sind die Orte, die der gemeine Informatikstudierende am besten kennt, hier hält er sich für gewöhnlich auf, um Prüfungen abzulegen und seine Scheine zu ergattern. An der Hochschule Harz ist morgen am Samstag alles anders: Sie bestellt ihre Informatikstudierenden zur Leistungskontrolle dorthin, wo man es am wenigsten vermutet hätte – ins Schwimmbad der Stadt Wernigerode. IT-Region 38 fragte den Initiator der ungewöhnlichen Aktion, Professor Olaf Drögehorn, was es damit auf sich hat.

Herr Professor Drögehorn, die Hochschule Harz überrascht mit der Nachricht, dass Studierende der Medien- und Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Automatisierung und Informatik eine Prüfung im örtlichen Schwimmbad ablegen. Was tun die da?

Die Studierenden entwickeln in Kleingruppen à drei, vier Personen Computerprogramme auf Basis der Vorlesungsinhalte „Programmierung III". Dabei ist es das Ziel, die Vorlesungsinhalte praktisch anzuwenden und in 24 Stunden einen kompletten Entwicklungszyklus – also von der Konzeption bis zum fertigen Software-Paket – zu durchlaufen.

Warum verlassen Sie dazu die Hochschule und gehen ins Schwimmbad?

Zum einen, um Möglichkeiten zur Entspannung während der 24 Stunden zu geben. Zum anderen, um auch einen Begegnungsraum jenseits des reinen Programmier-Umfeldes zu ermöglichen. Nicht zuletzt ist auch der Spaßfaktor ein wesentlicher Motivator für derart konzentrierte Programmierprojekte.

Wie haben die Studierenden reagiert, als sie davon hörten, dass Sie ihre Informatikprüfung zwischen Bademeister, Startblöcken und Schwimmbecken ablegen?

Sehr gut, sehr interessiert und aufgeschlossen. Die Begeisterung für das Fach Programmierung ist deutlich gestiegen.

Welche Vorbereitungen müssen Sie treffen, um das Schwimmbad in einen Prüfungsort für Informatikstudierende zu verwandeln?

Wir stellen natürlich Arbeitstische und -stühle zur Verfügung, an denen die Teilnehmer 24 Stunden lang bequem arbeiten können. Hier bedanken wir uns ausdrücklich für die Unterstützung der städtischen Badeanstalt. Darüber hinaus haben wir eine Internet-Verbindung legen lassen und installieren selbst eine Vernetzung für die verwendeten PCs und Notebooks.

Haben Sie bereits eine Idee für den nächsten ungewöhnlichen Prüfungsort im Kopf?
 
Mit zunehmender Mobilität der Geräte wie Notebooks, Tablet-PCs und Smartphones ist in diesem Themenumfeld fast jeder Ort denkbar. Wichtig ist eine gute Ausgewogenheit zwischen Arbeit, Entspannung, Begegnungsmöglichkeiten und Diskussionsräumen. Ob dies nun in einer Schwimmhalle, auf einer Ski-Piste oder in einem Schlosshotel ausgerichtet wird, hängt von Partnern und finanziellen Randbedingungen ab (Interview: Stefan Boysen).
 

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