Markus, kommenden Donnerstag geht's auf große Tour...
Markus Weinmann: Ja, wir starten zur Allgäu-Orient-Rallye in Oberstaufen im Allgäu. Ziel ist Amman in Jordanien. Die Fahrt wird zwölf Tage dauern, bis zum 11. Mai. Über Sieg und Niederlage entscheiden Prüfungen während der Rallye und eine Wüstensonderprüfung an der Grenze zwischen Jordanien und Saudi Arabien. Und das Siegerteam gewinnt ein Kamel! Kann es mehr Anreize geben...?
Wer fährt denn alles mit?
Markus Weinmann: Hundert Teams nehmen insgesamt teil. Jedes Team besteht aus sechs Fahrern und drei Autos. Mit mir fahren Martin Klockau, Matthias Breunig, Johannes Hofmann, Stefan Neefischer und Dr. Martin Hibbeln, letzterer vom Institut für Finanzwirtschaft der TU Braunschweig.
Und die Autos...?
Markus Weinmann: Die dürfen maximal 1.111 Euro wert sein oder müssen mindestens zwanzig Jahre treu gedient haben. Unsere drei Boliden erfüllen natürlich beide Regeln. Als da wären: Erstens, der Evergreen, ein 1988er dunkelgrüner Mercedes-Kombi 230 TE. Zweitens, der Allrounder, ein dunkelblauer 1989er „Baby-Benz", Mercedes 190 E 2.0. Diesen „Schwaben-Polo" mit satten 121 PS haben Martin und ich in zähen Verhandlungen einem libanesischen Mercedes-Spezialisten in Braunschweig abgerungen. Und, drittens, der Unterschätzte, ein schwarzer Audi 80 1.8S (B3). Passend zu seinen bayerischen Wurzeln (geboren 1988) schnurrt er unter Münchener Flagge mit den 90 PS einer edlen Raubkatze.
Wo geht's genau lang...?
Markus Weinmann: Für die Route gilt freie Streckenwahl für jedes Team, nur auf Autobahnen, Mautstraßen und Navigationssysteme müssen wir verzichten. Das Reglement schreibt außerdem vor, dass jede Übernachtung höchstens elf Euro kosten darf. Wir stellen uns daher auf einige Übernachtungen im Zelt und im Auto ein… Istanbul markiert den Übergang zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil der Rallye. Wir nehmen die Route 66 des Balkans – und durchqueren Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Bulgarien, die Türkei, Syrien und natürlich Jordanien.
Markus, jetzt mal ehrlich, was soll dieses „VollgasSofort", warum macht ihr das?
Markus Weinmann: Zunächst einmal: Weil's uns Spaß macht! Aber darüber hinaus wollen wir helfen. Die Autos werden für die Welthungerhilfe versteigert. Außerdem wollen wir vor Ort einem Kinderheim in Syrien einen Scheck überreichen. Zusammen mit der Jürgen-Wahn-Stiftung und Eurer Hilfe. Dazu haben wir auf Helpedia eine Vollgas-Spenden-Seite eingerichtet.
Gerald, warum diese Verbindung von Wirtschaftsinformatik, Web und Wüste?
Gerald Fricke: Das Helfen bezieht sich nicht allein auf das Geldgeben, sondern auf die Fähigkeit, Menschen zu verbinden. Mit dem Jordanienprojekt wollen wir genau das zeigen, das Web 2.0 im wahrsten Sinne des Wortes „auf die Straße bringen". In diese Richtung geht auch unsere Forschung am wi2-Lehrstuhl.
Fährst Du eigentlich mit, Gerald?
Gerald Fricke: Nein, ich schaue mir die Sache ganz gemütlich im Internet an: Auf Posterous, Facebook und Twitter. Und werde da natürlich fleißig kommentieren und anfeuern... Und die Strecke bei Google Maps verfolgen. Kann ich Euch nur weiter empfehlen!
Vielen Dank, viel Erfolg und gute Fahrt, Markus. Die Region 38 schaut auf Euch und spendet fleißig, versprochen...!
VollgasSofort-Website: http://www.vollgassofort.de/
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