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Frauen entwickeln sich in der IT-Branche zu Exoten
Von Stefan Boysen // 04. Juni 2009
Ist die IT-Branche eine Männerdomäne? Die Zahlen sagen: Ja. Im vergangenen Jahr haben die Frauen zu den 41.000 IT-Auszubildenden in Deutschland einen Beitrag von lediglich neun Prozent geleistet, im Studienfach Informatik lag ihr Anteil bei 14 Prozent. Auch in der Region haben Karrieren von Frauen Seltenheitswert. „Ja, es stimmt“, sagt Grit Redes, Recruiting Managerin bei der Unternehmensberatung ITC Automotive GmbH mit Sitz in Wolfsburg, „auch wir stellen fest, dass es nur wenige Kandidatinnen gibt.“
Das Interesse von jungen Frauen an Ausbildungsberufen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik geht zurück, wie die Zahlen des Branchenverbands Bitkom belegen. Ihr Anteil unter den IT-Azubis sinkt von Jahr zu Jahr: von 14 Prozent in 2001 über elf Prozent in 2005 auf nur noch neun Prozent im vergangenen Jahr.
Auch die Quote der Erstsemesterinnen im Studienfach Informatik dümpelt seit Jahren vor sich hin, zuletzt betrug sie 17 Prozent. In anderen Studienfächern sieht es ähnlich mau aus. Im Maschinenbau lag der Frauenanteil bei 17 Prozent, in der Elektrotechnik sogar nur bei acht Prozent.
Dass so wenige Frauen die Informationstechnologie als Karriereleiter wählen, könnte den Mangel an Fachkräften noch einmal verschärfen. Deswegen betont Grit Redes: „Es ist wichtig, mehr junge Frauen für technische Berufe zu begeistern.“ Weil schon im frühen Teenageralter die ersten Entscheidungen fallen, welche Berufe in Zukunft in Frage kommen können, sind nach Meinung von Grit Redes Aktionstage wie der Girls’ Day besonders wichtig.
Auch die Region kann ihren Beitrag leisten. „IT-Unternehmen sind gefordert, Mädchen die Möglichkeit zu geben, erste Erfahrungen in der Branche zu sammeln.“ Dann könnte die Branche auch mit dem Klischee aufräumen, dass IT-Berufe nichts anderes zu bieten haben als reine Programmiertätigkeiten. Stattdessen gewinnen Kreativität, Kommunikation und die Kompetenz, mit Kunden umgehen zu können, immer mehr an Bedeutung.
Wenn die Entwicklung nicht gestoppt werden kann, sieht die Zukunft betrüblich aus. Bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Bitkom unter Schülern und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen gaben elf Prozent der jungen Männer an, dass sie später im Bereich IT oder Elektronik arbeiten wollen – aber nur ein Prozent der jungen Frauen wollen es ihnen gleichtun.
Die Mathematik könnte ein Vorbild sein, sie hat den Umschwung bereits geschafft: Im Studienjahr 2007/2008 lag der Frauenanteil unter den Studierenden bei sagenhaften 49 Prozent.
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Frauen entwickeln sich in der IT-Branche zu Exoten –
damit das nicht so bleibt gibt es das
E-Mentoring-Programm CyberMentor (www.cybermentor.de).
Dieses Mentoringprogramm richtet sich an Schülerinnen mit dem Ziel,
das Interesse am MINT-Bereich (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik) zu steigern.
Nach einer erfolgreichen dreijährigen Pilotphase in Baden-Württemberg,
an der bereits über 500 Mentoring-Paare teilgenommen haben, läuft das
Programm seit März 2009 mit 800 Mentoring-Paaren aus ganz Deutschland.
Auch mit Unterstützung aus Braunschweig erhalten die Mentees
einen Einblick in die Arbeitswelt von MINT-Frauen und wichtige Impulse
für eine berufliche Zukunft in diesem Bereich.
Kommentar by Dr. Susanne Steinborn — 8. Juni 2009 @ 12:28