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Doch welche Technik braucht der Mensch?
Von Romana Ringel // 22. Februar 2009
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Prof. Dr. Mark Vollrath
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Am Institut für Psychologie beschäftigt sich Prof. Dr. Mark Vollrath unter anderem mit dieser Frage. Automatisches Fahren, Internet im Auto – was bedeutet das für den Menschen? Was sind die Vor- und Nachteile?
„Statistisch gesehen ist der Mensch das höchste Sicherheitsrisiko beim Auto fahren, die meisten Unfälle auf deutschen Straßen sind auf menschliches Versagen zurück zu führen. Fahrleitsysteme können dem Fahrer eine Hilfe sein, zum Beispiel beim Einparken und bei schlechten Sichtverhältnissen. Sie können den Fahrer auch in seinem Leichtsinn beschränken, indem das System das Tempo regelt“, so Vollrath. Vor allem für junge Fahrer wäre die Temporegulierung eine gute Sache, denn viele sind einfach zu schnell unterwegs und verursachen so jedes Jahr zahlreiche Unfälle. Auch andere Optionen, wie zum Beispiel das Erkennen von Hindernissen (Wildwechsel, Gegenstände auf der Fahrbahn, etc.) und, im Falle eines Falles, rechtzeitiges Bremsen könnten für Fahranfänger eine Entlastung darstellen. Der Fahranfänger kann sich dann besser auf die Verkehrssituation im Allgemeinen konzentrieren und einfacher lernen wie der Straßenverkehr funktioniert. Aber auch für Erfahrene sind die Systeme sinnvoll: „Man denke nur an Situationen in einer fremden Stadt. Man muss verstärkt auf Verkehrsschilder und Straßennamen achten, dabei kann man den Blick für Geschwindigkeit und Hindernisse schnell verlieren.“ Einige Systeme können aber auch schnell die Nerven des Fahrers strapazieren, wie beispielsweise überempfindliche, „piepsende“ Einparkhilfen. Ein lernfähiges System ist daher erstrebenswert: „Derzeit wird daran gearbeitet ein Fahrermodul einzurichten. Dem System wird Grundsätzliches über menschliches Verhalten „beigebracht“ und es könnten fahrerspezifische Informationen gespeichert werden. Zudem könnte das System Situationen, Handlungsweisen und Fahrstil speichern, um so in Zukunft einschätzen zu können, ob der Fahrer Hilfe benötigt oder Herr der Lage ist.“
Assistierende Systeme sind schon längst keine Zukunftsmusik mehr – Tempomat, Navigationsgeräte, Einparkhilfen. Völlig autonom gesteuerte Fahrzeuge aber auch nicht, wie die Urban Challenge und der Carolo Cup zeigen. Ein Auto das uns völlig selbstständig und sicher ans Ziel bringt ist in vielen denkbaren Situationen nützlich. Nach einer Feier muss man den Wagen nicht mehr stehen lassen, auf längeren Strecken kann man schlafen, arbeiten oder mit dem Beifahrer Karten spielen. Hört sich doch super an! Aber was ist wenn das System versagt? Wer trägt die Verantwortung – Fahrer oder Hersteller? „Nach wie vor würde der Mensch zur Verantwortung gezogen. Der Hersteller würde wahrscheinlich darauf hinweisen, dass das System überwacht werden muss.“ Also aus der Traum vom Schlafen während der Fahrt oder sicherem Heimkutschieren nach zu viel Bier.
Dennoch gibt es in der Region viele Unternehmen die an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge arbeiten, unter anderem die Volkswagen AG. „Nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Regulierung des Verkehrsflusses und Energieeffizienz sind dabei wichtige Aspekte.“ In der Abteilung Kognitions- und Ingenieurpsychologie des TU-Instituts werden regelmäßig Simulationen durchgeführt. Dabei will man herausfinden, welche Auswirkungen Fahrerassistenzsysteme auf den Menschen und sein Verhalten und wie die Ergebnisse in die Gestaltung solcher Systeme einfließen können. (Wer der Forschung dienen möchte, kann sich im Sekretariat der Abteilung als Proband anmelden)
Bei allem Für und Wider hat derzeit immer noch der Verbraucher das letzte Wort. Hört man sich im Bekanntenkreis um, ist gelegentlich von „Sozialismus im Straßenverkehr“ und „Verlust von Spaß am Fahren“ die Rede. Andererseits werden Einparkhilfen und Tempomat eher befürwortet. Als Fazit lässt sich also festhalten, dass die Technik uns in Zukunft mehr und mehr das Autofahren erleichtern und Unfälle reduzieren wird. Wieviel Verantwortung man an das System abgibt bleibt aber dem Einzelnen überlassen.
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