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Junge IT auf vier Rädern
Von Romana Ringel // 22. Februar 2009
Ein autonomes Automobil – das zu bauen, war das Ziel von acht studentischen Teams aus Aachen, Dresden, Erlangen, Hamburg, Potsdam, Zwickau und natürlich Braunschweig. Beim Carolo Cup 2009 in Braunschweig stellten sie ihre Ergebnisse vor.
Nach den Präsentationen zu Kosten und Energieeffizienz wurde es am 10. Januar dann richtig spannend. Die Modellfahrzeuge im Maßstab 1:10 mussten autonom durch verschiedene, realitätsnahe Szenarien fahren. Dabei kam es darauf an die Spur zu halten, Hindernissen auszuweichen und rückwärts einzuparken. Viele beeindruckende Fahrmanöver gab es zu bestaunen, allerdings auch einige Missgeschicke, die man unter den Anwesenden aber mit viel Humor nahm.
Das Team der TU Braunschweig „Crazy Dancing Little Caroline“, kurz CDLC, ging in diesem Jahr zum zweiten Mal an den Start. „Wir haben aus dem Vorjahr viele Erfahrungen mitgenommen und gleich nach dem letzten Carolo Cup mit der Arbeit für das neue Modell begonnen“, so Sprecher des Teams Richard Matthaei. „Unser größtes Problem war die Komplexität des Systems. Angefangen von der Software-Entwicklung bis hin zur Fehlersuche und Systemwartung.“ Das Team aus Studenten der Elektrotechnik stand vor Problemen, die in ihrem Studium nicht berücksichtigt werden und musste sich Hilfe von Assistenten aus anderen Instituten holen. Genau das ist eines der Ziele des Carolo Cups: interdisziplinäres Lernen und Handeln.
2008 belegte CDLC mit Carolinchen I den 2. Platz, die manches Mal noch etwas “crazy” wirkte. Das Nachfolgemodell Carolinchen II ist nicht mehr “crazy”, sondern sehr präzise. Beim Einparken erzielte das Fahrzeug in allen drei Versuchen gute Ergebnisse, es stoß nirgends an und stand immer nahezu perfekt in der Lücke. Beim Rundlauf ohne Hindernisse erntete das Team großen Beifall für die grandiose Leistung des Fahrzeugs, acht fehlerfreie Runden und über 30 Meter schaffte das Modellauto. Und auch den Hindernisparkour meisterte Carolinchen II fast fehlerfrei. Daher war das Team direkt nach dem Wettbewerb recht siegessicher, wie sich später zeigte auch zu Recht. Die Braunschweiger siegten mit großem Abstand. „Little Caroline“ durchlief die dynamischen Disziplinen mit hoher Geschwindigkeit bis hin zur Haftgrenze auf dem Untergrund. Auch die Präsentation der Konzepte überzeugte die Jury.
Team GalaXIs aus Aachen, der Titelverteidiger, wurde Zweiter. Die praktischen Disziplinen wurden zwar genauso souverän, dafür aber sehr viel langsamer absolviert. Dafür konnte das Team bei den statischen Disziplinen durch eine hervorragend vorbereitete Präsentation punkten. Dritter wurde das Team I-Speed aus Dresden, knapp vor Team S.A.D.I. aus Zwickau. Team I-Speed überzeugte durch ein schnelles Einparkmanöver und durch die Präsentation. Für den 1. Platz gab es 5000 Euro, für den 2. Platz 3000 Euro und für den 3. Platz immerhin 2000 Euro.
Ein günstiger Nebeneffekt für die Teilnehmer des Carolo Cups ist die Möglichkeit das eigene Können vor einer Jury aus Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zu präsentieren. Die acht Juroren kamen von Volkswagen AG (auch VW-Forschung), IAV GmbH, Continental Automotive, OECON GmbH, Carmeq und dem VDI. und wirken alle im Feld von Fahrerassistenzsystemen. „Die Juroren sind Vertreter von Unternehmen, die natürlich an motivierten und gut ausgebildeten Ingenieuren und Informatikern sehr interessiert sind,“ so Prof. Dr. Thomas Form, Mitglied des Organisationsteams und Honorar-Professor am Institut für Regelungstechnik. Zudem ist Form Mitarbeiter der VW AG und hat 2007 mit einem Team am Vorbild des Carolo Cups, der weltberühmten DARPA Urban Challenge, teilgenommen. Dabei starteten echte selbst gesteuerte Fahrzeuge, die Technische Universität Braunschweig wurde mit ihrem Passat „Caroline“ 2007 bestes europäisches Team. „Die Erfahrungen und Emotionen, die man über ein Jahr lang in dieses Projekt gesteckt hat, war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Mit dem Carolo Cup wollen wir den Studenten die Möglichkeit geben, das auf einer überschaubaren Ebene nachzuvollziehen“, so Form. Sich ausprobieren und verwirklichen, unter Zeitdruck im Team arbeiten und mit Rückschlägen umgehen – das sind Schlüsselqualifikationen, die man nicht aus Büchern lernt, sondern durch Tatkraft wie beim Carolo Cup.
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