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Die Freiheit im Jahr 2010
„Wegen der Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen müssen Sie viel früher losfahren“, sagt der Reisebüro-Mitarbeiter zu Liliana, während er im Rechner nach der gewünschten Flugverbindung sucht, um ihr ein Ticket auszustellen. Daraufhin beginnt eine Diskussion über den Sinn und die Gründe aller Vorkehrungen, die immer wieder getroffen werden, sobald ein Attentat vereitelt oder ausgeübt wird. Das Leben der Bürger werde nur noch umständlicher und so glauben sie, dass die Terrororganisationen mehr oder weniger ihre Ziele erreichen. Wenn eine Terrororganisation Menschen entführt und dadurch versucht aus irgendeinem Grund den Staat zu erpressen, verkünden die Politiker laut, dass der Staat nicht erpressbar sei. Aber nun befinden sich die Bürger zwischen zwei Fronten, die ihnen das Leben in indirekter Zusammenarbeit unangenehm gestalten. Zieht einer die Schlinge enger, so zieht der andere gleich nach.
Liliana und der Reiseverkäufer wissen, wovon sie reden. Bis vor kurzem war nur von der Untersuchung der Reisenden die Rede gewesen, aber nachdem befürchtet wurde, dass Terroristen aus der Ferne auf Passagierflugzeuge schießen könnten, wurde beschlossen einen Sicherheitsring von 5 km um den Flughafen einzurichten. Aus diesem Grund werden an der Einfahrt die Passagiere, ihre Begleiter, die Autos, die Taxen, die Flughafenmitarbeiter, die Lieferwagen, die Haustiere usw. untersucht. Dann werden die Passagiere vor dem Einstieg ins Flugzeug noch mal durchsucht. Fliegen ist so kompliziert geworden, dass neue Geschäftsfelder entstehen. Viele Reisebusunternehmen schlagen neue Ziele vor: Tunesien, Marokko, Ägypten, Griechenland und die Türkei sollen mit dem Bus bereist werden.
Liliana muss fliegen, sie weiß nicht, wie sie sonst nach San Francisco zur Hochzeit ihres Bruders reisen könnte. Sie ist bereit die Strapazen, die eine Flugreise mit sich bringt, auf sich zu nehmen und sitzt nun im Reisebüro. Während des Gesprächs findet der Reiseverkäufer eine günstige Verbindung, Liliana freut sich und bezahlt dankend.
Am Reisetag stellt sie ihren Wecker sehr früh. Das Aufstehen ist nicht leicht gewesen, die Vorstellung im Flieger den Schlaf nachholen zu können, tröstet sie ein wenig. Sie geht ins Badezimmer, zieht sich danach an, bestellt ein Taxi und macht sich auf den Weg zum Flughafen.
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