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Ein neues Apps von Ulli
Von Luc Degla// 1. Juli 2009
Ulli sitzt in seinem Arbeitszimmer, im Keller seines Hauses. Er muss ein Programm liefern und der Test klappt nicht. Eigentlich sitzt er immer dort tagelang und nächtelang. Wenn seine Frau von ihrer Arbeit zurückkommt, geht sie ihn grüßen, er nickt ihr zu, redet mit ihr, den Blick auf den Bildschirm gerichtet. Die Frau dreht sich meisten schweigend um und geht in die Wohnung, wo sie nach dem Abendbrot ihren Abend vor dem Fernseher verbringt. Sie schläft dabei ein und wacht irgendwann auf, macht den Fernseher und das Licht aus und geht ins Zimmer schlafen, wo ein kaltes Bett auf sie wartet. Um fünf kriecht Ulli unter die Decke und legt sich neben sie. Eigentlich hätte sie sich über die Anwesenheit ihres Mannes gefreut und ihm ihren Rücken angeboten, aber die unterkühlte Laune, die sie am Vorabend ins Bett mitgenommen hat, erstickt jede Lust im Keim.
Ulli selbst seufzt und schläft meisten sofort ein. Seine Frau steht zwei Stunden später auf, macht sich für die Arbeit fertig, frühstückt, schreibt auf einem Zettel, dass sie ihn liebt und einen schönen Tag wünsche, und legt ihn neben das Telefon auf die Kommode im Flur. Sie prüft noch einmal, ob sie alles, was sie bei der Arbeit braucht, mitgenommen hat, geht durch die Tür und schließt sie hinter sich.
Ulli verlässt das Bett gegen zehn, unrasiert nimmt er sein Frühstück ein, und setzt sich an den Computer und bleibt wieder bis zum Abend im Keller, wo er ununterbrochen die Hand in die Chipstüte langt, um seinen Magen zu füllen.
So leben Ulli und seine Frau immer, wenn dieser ein neues Projekt von seinen Kunden bekommt. Er freut sich über die Aufträge, während seine Frau sich vernachlässigt fühlt und ohne Lebensfreude allein durch die Stadt läuft. Es ist doch klar, dass es nicht so weitergehen kann.
Als sie dieses Mal nach Hause kommt, marschiert sie resolut in den Keller, lehnt sich gegen den Türrahmen und fragt ihren Ehemann, ob die Ehe noch bestehe. Er hebt den Kopf, zuckt mit den Wimpern und sagt, dass er nicht verstehe, warum sie ihm diese Frage stelle.
Bedrückt fragt ihn seine Frau, ob er sie noch wahrnehme, sie hätten beide seit einer Woche nicht mehr miteinander geredet. Er habe seine Augen nur für seinen Computer, sie sei vor drei Tagen beim Friseur gewesen, habe ein neues Parfum und neue Kleider gekauft. Kein Wort komme ihm über die Lippen. Sie sei verletzt und möchte das nicht mehr lange mitmachen. Lieber allein ohne einen Mann zu sein, als mit einem in einer lebenskargen Wohnung.
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Was für eine blöde Geschichte. Die eigene Frau als Haustierchen, das man einfach nur überwachen und mit den richtigen Schlüsselworten glücklich machen muss…toooooolll! Gut gemacht Jungs!
…und ganz nebenbei: Wenn ich von “einer Apps” lese, muss ich mich fast übergeben. Es heißt “eine Applikation”, “eine Anwendung” oder ein Programm – also eine App oder ein App aber in jedem Fall ohne Idioten-S am Ende. Und ebenso schreibt sich das iPhone mit kleinem i aber großem P.
Kommentar by Mark — 14. Oktober 2009 @ 09:48