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Der Mann auf der Flucht
Faradah war ein Mann voller Geheimnisse. Sein Name, seine Geburt, seine Vorlieben, seine Herkunft, alles blieb seiner Umgebung verborgen. Man vermutete, dass er aus dem Libanon stammte. Andere dachten aus Australien oder aus Lateinamerika. Auch wenn die Nachbarn sich mit ihm abgefunden hatten, ließ sie das Gefühl nicht los, mehr über ihn erfahren zu wollen. Er besuchte niemanden und niemand besuchte ihn. Nicht mal in den umliegenden Restaurants und Imbissen hatte er je gegessen. In seinem Haus herrschte Ruhe. Nur die Bäume im Garten bewegten sich und raunten im Wind.
Herr Faradah war seltsam und geheimnisvoll, und so profitierte ein Nachbar von den Unsicherheiten nach dem 11. September 2001, um etwas über ihn zu erfahren. Er rief bei der Polizei an und meldete, dass ein potenzieller Schläfer in der Nachbarschaft wohne. Der Dienstpolizist registrierte alles und legte auf. Es passierte nichts weiter. Nichts bis zu dem Tag, an dem die Nachbarn aufwachten und ein leeres Grundstück an der Stelle seines Wohnsitzes vorfanden. Das Haus war über Nacht verschwunden. Die Leute glaubten ihren Augen nicht zu trauen. Alles, was sich auf dem Grundstück befand, war weg: das Haus, die Bäume, usw. nicht ein einziger Stein war zurückgeblieben. Herr Faradah verschwand, ohne eine Spur zu hinterlassen.
Nach so einem Ereignis braucht das Volk eine Erklärung, meinten die Journalisten und machten sich auf die Suche. Wenn sie nicht wussten, was sie berichten sollten, erfanden sie Theorien oder befragten die Experten, die ihnen beim Spekulieren halfen.
Nur einer kannte die Wahrheit. Das war ich. Ich behielt aber lieber alles für mich. Herr Faradah hatte für den Geheimdienst gearbeitet und sich mit seinem Chef gestritten. Er war der Leiter der Abteilung für informatische Aufklärung und leitete ein Team, das dafür zuständig war, Spionagesoftware zu entwickeln, um Computer andere Regierungen zu infizieren und dadurch Informationen zu beschaffen. Die Zeiten, als Agenten Wanzen installierten, schien vorbei zu sein. Mit Spionagesoftware riskieren die Regierungen nicht mehr, ihre Agenten umbringen zu lassen.
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