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Der fürsorgliche Sohn
Alles begann an einem Sonntag. Florian, der Informatiker besuchte seine Eltern. Sie frühstückten und die Stimmung war gut. Dann, plötzlich, sagte er: „Mutter, Vater, ich mache mir Sorgen, es ist Zeit, an euer Alter zu denken. Ihr könnt nicht ewig so tun, als ob ihr nie alt werdet.“ Seiner Meinung nach handelten seine Eltern unverantwortlich, indem sie sich keine Gedanken über ihr Alter machten und lebten, als ob die Jahre nie vergingen. Sie nahmen an Kaffeefahrten teil, besuchten verschiedene Tanzkurse und wenn Deutschland mal zu kalt wurde, flogen sie in den Süden.
Die Sorgen des Sohnes waren nicht nachvollziehbar. Die Eltern waren Mitte siebzig und noch topfit, pflegten eigenhändig ihren Garten, machten Einkäufe und rannten überall hin. Sie lebten nach dem Motto, solange es dir gut geht, genieße dein Leben vollständig und quäle dich nicht mit Zukunftsfragen. Bei Florian dagegen lief alles genau nach Plan. Er plante nicht nur seinen Urlaub Monate voraus, sondern lernte auch die Strecke auswendig; die Sehenswürdigkeiten oder wann und wie lange die Pausen stattfinden sollten.
Florian hatte seine Eltern zu oft auf dieses Thema angesprochen. Genervt sagte seine Mutter, dass er sich darum kümmern solle, wenn ihr drittes Leben ihm so auf dem Herzen liege. Sie kannten ihren Sohn und wussten, dass er sie nie in Ruhe lassen würde, solange sie nicht nachgaben.
Er beauftragte kurz daraufhin einen Architekten, die Küche und die Böden umzugestalten. Der Ofen zum Beispiel wurde etwas höher gestellt, damit seine Mutter sich nicht mehr bücken musste, wenn sie den Braten in die Röhre schieben wollte. Die Stufen wurden durch Rampen ersetzt, damit sie ihre Füße nicht mehr hochheben müssen, falls wegen des Alters ihre Beine schwächer würden. Sein Vater spürte ab und zu Schmerzen in den Knien, so sorgte er schon mal vor.
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