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Braunschweig und Wolfsburg im Visier von Street View
Von Stefan Boysen // 23. Juni 2009
Dass man im Straßenverkehr auf Autos Acht geben sollte, darüber herrscht Einigkeit. Wie gefährlich jedoch die mit Bildaufnahmetechnologie versehenen Spezialfahrzeuge sind, die zurzeit durch die Städte touren, da scheiden sich die Geister. Um den Service Google Street View mir frischem Material zu versorgen, fotografieren diese Autos komplette Straßenzüge ab – auch bei uns in der Region.
In Braunschweig und Wolfsburg, so steht es auf der deutschen Website von Google Maps, beabsichtigt Google im Juni und Juli Aufnahmen für Street View zu machen. Street View, so heißt es in der Eigenwerbung, bietet neben Google Maps und Google Earth „eine zusätzliche Dimension der Wahrnehmung, indem es den Nutzern ermöglicht, einen Standort so zu betrachten, als wenn sie selbst auf der Straße stünden“.
Wie das genau aussieht, darüber kann sich jeder selbst ein Bild machen. In beispielsweise Italien und England waren Google-Autos bereits unterwegs. Der Blick ins Internet eröffnet einige Möglichkeiten. Wer seinen kommenden Urlaub auf Sizilien verbringt, kann schon einmal prüfen, wie es mit dem Verkehr auf der Via Vittorio Emanuele II ausschaut. Und in Birmingham gibt’s zu sehen, wie beschaulich es in den Straßen neben dem St. Andrews Stadium zugeht, wo der City Football Club seine Spiele austrägt.
Was den einen amüsiert, findet der andere erschreckend. Denn nicht nur die Straßen finden sich in den Aufnahmen wieder. Auch Unverfängliches wie die Wäsche, die auf dem Balkon zum Trocknen hängt; Pikantes wie die spärliche Bekleidung von Sonnenbadenden im Park; oder Geheimes wie das versteckte Date mit dem Lover im Straßencafé.
Deswegen haben deutsche Datenschützer Alarm geschlagen – und tatsächlich einiges erreichen können. So berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass Google die Aufnahmen von Personen, Grundstücken oder Autos, gegen die Widerspruch eingelegt wird, nicht veröffentlichen und die Rohdaten unkenntlich machen wird.
Noch ist die Deutschlandkarte von Street View ein weißer Fleck. Doch die Ankündigung, in Braunschweig und Wolfsburg mit der Rundum-Kamera auf Fotofang gehen zu wollen, zeigt: Schon bald wird es das Angebot auch hierzulande geben.
Wer von Google Informationen darüber wünscht, wie man Widerspruch gegen die Veröffentlichung eines bestimmten Bildes auf Street View erklären kann – hier gibt’s die E-Mail-Adresse und die Postanschrift: » Widerspruch.
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