Regionaltheater.
Gerald Fricke macht sich Gedanken
Gerald Fricke schreibt zum 15. des Monats seine Gedanken für zusammen. Freut Euch drauf.
Hier sein Kurzbiogramm:
Dr. Gerald Fricke, Kommunikationsberater, Akademischer Rat am Institut für Wirtschaftsinformatik, Abteilung Informationsmanagement der TU Braunschweig. Mehrere Bücher zur Popkultur (Goldene Siebziger, Campus-Wörterbuch etc.).
Gerald Fricke macht Regionaltheater
Hatte ich in Hamburg, damals, als es noch eine „New Economy“ und Websites mit „emotionalen“ Flash-Intros gab. Eine wechselvolle Geschichte der Leidenschaften, Enttäuschungen und Glücksmomente. Achterbahnfahrt pur.
Eine Putzi, das mal vorab, ist unerlässlich für einen berufstätigen Menschen, der seinen Haushalt nach dem Motto „man muss auch gönn‘ könn‘“ führt und wegen ein paar Bartstoppeln im Waschbecken nicht gleich „kaputtgeht“. » weiter
Gerald Fricke macht Regionaltheater
"Das ziehen wir jetzt mal grade", sagt die Julia, Art-Directorin in der großen Internet-Agentur. Wir schreiben die gute alte Jahrtausendwende-Zeit der New Economy, vor Echtzeit-Web, abkackenden Finanzmärkten und Google Wave.
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Gerald Fricke macht Regionaltheater
Zum Glück brechen alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit endlich die lang erwarteten Fußball-Hallenturniere an. Am muffigsten sind sie ja ganz unten, in der Kreisklasse. Ein Turnier fängt hier in der Regel am Sonntagmorgen um acht an und hört abends um zehn auf. Gespielt wird nach den kompliziert möglichsten Austragungsregeln; einer Mischung aus d'Hondtschem Höchstzahlverfahren, Sporthochschule Köln, Prof. Dettmar Cramer und Konrad „Adam“ Zuse, die der Ehrenpräsident des gastgebenden Vereins in autokratischer Kleinstarbeit „ausgetüftelt“ hat. » weiter
Gerald Fricke macht Regionaltheater
Ottmar ist Texter in einer Internet-Agentur - Seniortexter, um genau zu sein. So viel Zeit muss sein! Er liest Motoraver und die lokale Treppenhaus-Umsonstzeitung. 2001 trug er die Tunnelzughose von 2000, 2005 den Iro von Robbie Williams aus dem Jahre 2002, und 2009 trägt er die Hemden von Fred Perry, die 2003 "in" waren. In seiner Linkliste finden wir einige "derbe" Youngtimer, supergute Schnäppchenangebote und die Speisekarte vom "City-Casino" an der Großen Theaterstraße in Hamburg, das leider auch schon die letzte Fettwanne für immer leeren musste. » weiter
Gerald Fricke macht Regionaltheater.
Heute beginnt die Frankfurter Buchmesse. Neben den Gartenbüchern, Kochbüchern und autoritären Erziehungsratgebern sind dieses Jahr die Themen Kochen, Gartenpflege und autoritäre Erziehung besonders angesagt. Zweiter großer Trend: Twitter in China, dank des Ehrengastes Mao Tse Tung. Wir haben den Großen Vorsitzenden und neuen Kult-Twitterer im China-Zelt getroffen, beim kleinen Häppchen-Empfang. » weiter
September 2009
Sie hatten schon wieder mein Fahrrad geklaut. Hätten Sie mich doch nur geschlagen, hätten sie mir den Esel im ritterlichen Kampf Mann gegen Maus abgenommen, alles wäre längst vergessen, aber so: Die Narben, die man nicht sieht, die bleiben, die "seelischen" nämlich!
Können diese Menschen auch nur "ansatzweise" (J. B. Kerner) ermessen, was mir bevorstand? Sofort war ich wieder ein Zwölfjähriger in Turnhosen, der sich mit Lehrern, Kittelträgern, ungerechten Schiedsrichtern und allgemeiner Willkürherrschaft auseinandersetzen musste. Oder auf heutige Verhältnisse übertragen, sollten die Gipfel der Leiden in den nächsten Wochen "Fundbüro", "Polizeiwache" und "ZEG Fahrrad Müller - mehr als nur Fahrrad" heißen. Orte des Schreckens, an denen das historische Westdeutschland des öffentlichen Dienstes heraufbeschwören wurde. » weiter
August 2009
Beim Apfelsinenkaufen treffe ich ihn zufällig: Boris. Er trägt jetzt eine "Frisur", also etwas willentlich Gestaltetes auf dem Kopf. Nach dem großen Soziologen Max Weber bedeutet "Frisur" ja, sich gegen borstige Widerstände durchsetzen zu können. Wir sprechen kurz über das Wetter und eine aktuelle politische Weltverschwörung. Dann bemüht sich Boris, mir in endlos verschachtelten Sätzen kurz zu erklären, was er jetzt gerade so "macht". Sein spiddeliger Körper wird von einem beigen Sommeranzug lässig umspielt, aber das ist eine Lüge. Denn ich kenne Boris noch von früher. Damals materialisierte sich mir sehr eindrucksvoll die Theorie der "zwei Kulturen" (C. P. Snow), die Kluft des gegenseitigen Nichtverstehenkönnens noch -wollens von Geist und Technik. » weiter