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Die Kunst des gehaltvollen, entspannten Dialogs
Von Stefan Boysen // 29. Mai 2009
Es braucht keinerlei Sensoren, um feststellen zu können: Wenn die IT-Region zu Fachgesprächen und hernach zum Gedankenaustausch im Plauderton zusammenkommt, dann kommt diese Mischung, dieser gehaltvolle und entspannte Dialog klasse an. So auch bei der Veranstaltung „IT-Region 38 meets Haus der Wissenschaft“, auf der gut gelaunte IT-Experten hundert Gäste nach den Regeln der Kunst unterhielten.
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Denn in der IT-Welt ist es tatsächlich eine Kunst, das Publikum nicht nur mit dem Vortragsinhalt für sich und sein Thema einzunehmen, sondern auch mit einer unkomplizierten, glasklaren Vortragsweise – und das glückte den drei Experten Professor Mark Vollrath, Dr. Maik Plischke und Professor Sándor Fekete ausgesprochen gut. Was sie außerdem einte: In ihren Forschungsgebieten nehmen Sensoren eine wichtige Rolle ein.
Der Ingenieurpsychologe Mark Vollrath von der TU Braunschweig spannte einen Bogen von K.I.T.T zum Metropolitan Car. K.I.T.T. ist das mit künstlicher Intelligenz versehene, sprechende Auto, mit dem David Hasselhoff durch die Fernsehserie Knight Rider und durch die achtziger Jahre fuhr; das Metropolitan Car ist das mit Sensoren ausgestattete Auto für Großstädte der Zukunft, an dem im Braunschweig geforscht wird und das sich schon bald autonom durch den Straßenverkehr bewegen soll. Wie intelligent darf ein Auto sein und was sind die Folgen? Lässt die Konzentration des Fahrers nach, wenn Assistenzsysteme seine Aufgaben übernehmen? Das sind Fragen, mit denen sich Mark Vollrath beschäftigt. Eines weiß er sicher. „So wie K.I.T.T. wird das Auto der Zukunft nicht aussehen. Ich bin gespannt, wie wir es in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden.“
Laut Maik Plischke, Geschäftsleiter des Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrums (BITZ), weist der Einsatz von Informationstechnologie in der Medizin großes Potenzial auf. Die Initiative eHealth.Niedersachsen, zu der neben vielen Akteuren aus der Gesundheitswirtschaft und der Informationstechnologie auch das BITZ zählt, treibt eine Reihe von Projekten voran. Schon heute werden die meisten medizinischen Geräte und Prozesse von der IT begleitet, und in Zukunft – wenn aufgrund des demographischen Wandels die Pflege in vielen Fällen zu Hause stattfinden wird – finden Softwarelösungen und Informationssysteme noch mehr Anwendungsmöglichkeiten. „Können wir in Zukunft mit Sensorik erkennen, wenn ein älterer Mensch in seiner Wohnung stürzt? Kann man die Wohnungen so ausrichten, dass das State of the Art wird?“, beschrieb Maik Plischke eine Vision.
Verteilte Algorithmen komplexer Systeme, oder anders ausgedrückt: coole Forschung mit intelligenten Sensoren – Sándor Fekete vom TU-Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund lüftete das Geheimnis, was sich hinter einem Projekt mit dem geheimnisvollen Namen SwarmNet verbirgt. Anwendungsgebiete für Schwärme von Sensorknoten bieten sich in der Natur, wo Daten wichtige Informationen liefern können: beispielsweise wenn ein Damm zu brechen droht oder ein Vulkanausbruch bevorsteht. Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs, so Sándor Fekete, wäre zu verhindern gewesen, „wenn man Daten über einen längeren Zeitraum hätte sammeln können“.
Der Zeitraum bis zum nächsten Treffen der IT-Region: bitte kurz halten, so die Weisung der Gäste.
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