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Kommunikation als oberstes Gebot
Von Stefan Boysen
Gespräche suchen, Meinungen austauschen, Informationen teilen – wer die Veranstaltungen von IT-Region 38 besucht, ergreift gern die Gelegenheit zur fachkompetenten Diskussion oder zum Smalltalk über dieses und jenes. Was lag deswegen näher, als der Kommunikation einen ganzen Abend zu widmen? So geschehen beim ersten Meet IT-Event im neuen Jahr, das mit Susanne Robra-Bissantz, Thomas Reichel und Sebastian Lasek drei echte Kommunikationsexperten ins Braunschweiger Haus der Wissenschaft holte.
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Die rund 80 Gäste vertieften sich im Anschluss an das offizielle Programm in besonders angeregte Gespräche, was den Diskussionsvorlagen der Redner geschuldet war – so auch der von Susanne Robra-Bissantz über das Web 2.0, das das Alltags- und Arbeitsleben komplett verändert hat und weiter verändern wird, so die Professorin am Institut für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig.
“Kommunikation ist der Dienst”
Social Software biete jede Menge Möglichkeiten, Menschen zu vernetzen und Wissen zu organisieren – insbesondere den Unternehmen. „Kommunikation ist der Dienst, Kooperation die Strategie“, sagte sie. Wenn Unternehmen es zuließen, das Web als Schaltstelle für den Austausch zwischen ihnen und ihren Kunden zu öffnen, ließe sich die Kommunikation instrumentalisieren – etwa bei der Produktentwicklung, in die die Erfahrungen und Ideen der Kunden einfließen können.
Der junge Lehrstuhl macht es vor. Sein Weblog Sag’s uns fordert die Studierenden auf, Kritik, Beschwerden und Lob für jeden ersichtlich und öffentlich zu äußern. Susanne Robra-Bissantz: „Wir wollen so mit den Studenten auf bessere Problemlösungen hinarbeiten.“
Es knirscht in den Unternehmen
Auch Thomas Reichel geht es um Beziehungen und Kommunikation – und zwar um die zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern. Der Kommunikationstrainer ist immer dann gefordert, wenn es zwischen beiden Gruppen knirscht, weil das Miteinander nicht stimmt. Und das geschieht seiner Erfahrung nach immer häufiger. Rund 20 Prozent der Mitarbeiter, meinte Thomas Reichel, „haben keine emotionale Verbindung zu ihren Unternehmen“.
Viele machten deswegen allenfalls Dienst nach Vorschrift, „einige boykottieren ihr Unternehmen sogar“. Was man laut Thomas Reichel als oberstes Gebot beherzigen sollte: den Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihn nicht auf die Funktion als Arbeitskraft herabsetzen.
Auch Sebastian Lasek, Systemarchitekt bei der T-Systems International GmbH, schwört auf die richtige Kommunikationstechnik – im Rahmen von Projekten, die Menschen aus verschiedenen Bereichen auf Zeit zusammenführen.
Respekt, Offenheit, Ideen, Kritik
Sebastian Lasek, der Projekte leitet und sie hinsichtlich Architektur, Anforderungen und Entwicklung mit seiner Expertise berät, unterstrich, wie wichtig Respekt und Offenheit sind, um Projekte zu einem günstigen Ende zu führen. Es sollte jedem Teammitglied auch ungefragt freistehen, seine Ideen einzubringen und Kritik zu äußern. „Es gibt nichts Schlimmeres für ein Projekt, als wenn sich jemand übergangen und aus dem Informationskreislauf ausgeschlossen fühlt.“
Sebastian Laseks Rat: „Nehmen Sie die Leute wichtig, nehmen Sie ihre Meinungen wichtig. Was Sie dann daraus machen, ist wieder ein anderes Thema.“ Sagte es und ging mit gutem Beispiel voran. Indem er nach dem letzten Punkt hinter seinem Vortrag die Kommunikation mit den Besuchern suchte und mit ihnen seine Standpunkte diskutierte. Ganz im Sinne des Veranstaltungsleitbilds von IT-Region 38.
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