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Eine Innenstadt als Testzentrum

Das Braunschweiger Systemhaus OECON hat im Rahmen des EU-Forschungsprojekts IEGLO mit der österreichischen Teleconsult Austria ein Hilferufsystem entwickelt, das bereits in der Prototypphase viel Beachtung findet. Warum das so ist, wie die Verkaufschancen sind und was sich während der Tests im Zentrum Braunschweigs tat – OECON-Vertriebmanager Oliver Podzun erklärte es Stefan Boysen im Interview.

Herr Podzun, was ist das Besondere an der Entwicklung von OECON, dass die Braunschweiger Zeitung davon auf der Titelseite berichtet?

Das Besondere an unserem System ist die Kombination verschiedener Ortungsverfahren, damit erzielen wir eine hohe Signalverfügbarkeit und eine besonders hohe Genauigkeit der Positionsinformationen. Man kann damit weltweit innerhalb und außerhalb von Gebäuden die Position von Menschen ermitteln.

Wenn Sie an die Entwicklungsphase zurückdenken: Was hat große Anstrengungen gekostet?

Der Datenschutz war ein wichtiges Thema. Wir mussten großes Augenmerk auf die juristischen Gegebenheiten legen und haben mit Hilfe der Juristen eine gute Lösung gefunden.

So gut, dass Ihr neues Notrufsystem ein Verkaufserfolg wird?

Wir sind zuversichtlich, dass wir in kurzer Zeit Erfolge erzielen werden. Unseren Prototypen, der nach Abschluss der Testphase als Showcase betrieben wird, kann sich jeder Interessierte anschauen. Das Notrufsystem wird zur Marktreife weiterentwickelt und dann unter dem Namen MODIS vermarktet.

Wo sehen Sie die Käufer?

Wir haben zusammen mit der Telematikinitiative des Landes Niedersachsen und der Projekt Region Braunschweig eine intensive Markt- und Machbarkeitsstudie durchgeführt, die zeigt, dass es ein besonders großes Marktpotenzial gibt. Wir richten uns an alle Menschen, die ein Sicherheitsbedürfnis haben, besonders an die mit Handicap. Wichtige Zielgruppen sind Hausnotrufbetreiber und Seniorenheime.

Mit dem Seniorenzentrum des Deutschen Roten Kreuzes haben Sie das System getestet. Wie lief die Zusammenarbeit?

Wir haben ein Testfeld mit absoluter Signalverfügbarkeit aufgebaut, das in der Husarenstraße beim DRK-Seniorenzentrum begann und bis zu den Schloss-Arkaden reichte. Dieses Gebiet hat sich angeboten, weil die Bewohner des Seniorenzentrums dort gern spazieren gehen. Wir statteten fünfzehn freiwillige Senioren mit Signalgebern aus und haben Stürze und Notrufe simuliert. Die sind dann zur Positionsbestimmung beim DRK aufgelaufen.

Gab es einen Ernstfall?

Nein, glücklicherweise benötigte während der kompletten Testphase niemand wirklich einmal Hilfe.

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