Herbstkonjunkturumfrage 2010 von IT-Region 38

Jede Menge Arbeit – doch zu wenig Bewerber

Die Stimmung in der regionalen IT-Branche ist positiv: Das ist das Ergebnis der von IT-Region 38 in Auftrag gegebenen und vom Braunschweiger Marktforschungsinstitut in-summa durchgeführten Herbstkonjunkturumfrage, an der sich 44 Anbieter von Software und IT-Services beteiligt haben. Demnach bezeichnete mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Lage als gut. Ungeachtet dessen beklagen sie ein Problem: den Fachkräftemangel.

Die erfreuliche Geschäftsentwicklung ist ein Beleg dafür, dass die Industrie zurzeit Investitionen in die Informations- und Datenverarbeitung sowie dafür benötigte Soft- und Hardware nachholt, die sie wegen der Krise aufgeschoben hatte. Neben den 52 Prozent, die die Auftragslage als gut beurteilten, bewerteten 43 Prozent die Situation als befriedigend und 5 Prozent als schlecht.

Dass die Auftragsbücher weiter gut gefüllt sein werden, zeigt sich in der Prognose für die kommenden Monate: 55 Prozent der Unternehmen erwarten steigende Umsätze, 43 Prozent zumindest eine stabile Auftragslage.

Die IT-Branche ist nach Angaben des Branchenverbands Bitkom hinter dem Maschinenbau mit 850.000 Arbeitsplätzen zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland – und es könnten noch mehr sein. In der Region wird deutlich, dass die Unternehmen ihre Stellen nicht besetzen können: Ein Drittel der IT-Anbieter sucht dringend Mitarbeiter, findet sie aber nicht. Es fehlt insbesondere an Informatikern mit Hochschulabschluss.

Wie die Umfrage zeigt, wird der Mangel an qualifiziertem Personal noch größer. Mit der technologischen Entwicklung, die rasant voranschreitet, wächst auch der Bedarf: Zwei Drittel der regionalen Unternehmen sagen, dass sie in Zukunft mehr IT-Experten mit Hochschulabschluss benötigen werden, als es jetzt schon der Fall ist. Die regionalen Standortbedingungen zur Verfügbarkeit von Fachkräften befanden zwei von drei Unternehmen als mittelmäßig und 21 Prozent als gut.

Was kann man gegen den Fachkräftemangel tun? Darüber machen sich die Geschäftsführer Gedanken. Insbesondere die Weiterbildung eigener Mitarbeiter steht dabei hoch im Kurs. Aber auch die Suche nach Experten im Ausland und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zur Mitarbeiterwerbung sind Maßnahmen, die die Chefs treffen wollen.

Der klaffenden Dachkräftelücke zum Trotz: Die Mitarbeiterzahl ist nach oben geklettert. 39 Prozent haben in den vergangenen sechs Monaten Personal eingestellt. Bei sieben Prozent ist die Zahl gesunken, bei mehr als die Hälfte der Unternehmen blieb sie gleich.

Indes hat die Umfrage verdeutlicht, war für eine immense Rolle die Berufserfahrung bei den Neueinstellungen spielt: 93 Prozent der IT-Unternehmen erachten sie als wichtig. Umso entscheidender ist, dass die IT-Ausbildung an Praxisnähe gewinnt – ganz so, wie es jüngst auf der von IT-Region 38 im Kongresssaal der IHK Braunschweig ausgerichteten Podiumsdiskussion „Informationstechnologie als unabdingbarer Bestandteil einer Wissens- und Kreativgesellschaft" gefordert wurde.

Vollständiger Bericht der Konjunkturumfrage

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