So klingt das, wenn Dr. Hubert Zitt seinen Zuhörern den Subraumfunk erklärt. Der Wissenschaftler ist durch seine Star-Trek-Vorlesungen eine kleine Berühmtheit geworden und öffnete als Gast des Wolfsburger Science- und Art-Festivals „Phaenomenale 2009" einen neuen Blickwinkel auf die Errungenschaften der Informationstechnologie.
Hubert Zitt ist Dozent im Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik an der Fachhochschule Kaiserslautern am Standort Zweibrücken – es sei denn, er dringt in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Dann wird er als Referent von Universitäten, wissenschaftlichen Instituten und Festivals wie dem in Wolfsburg eingeladen und vergleicht Techniken aus Star Trek mit neuesten Kommunikationsentwicklungen. „Es ist erstaunlich, welche Visionen Star Trek vor 40 Jahre hatte – und wie viele mittlerweile zur Realität geworden sind."
Tachyonen spielen im Star-Trek-Kontinuum eine wichtige Rolle. Sie sind Elementarteilchen, die sich schneller als das Licht bewegen. Zumindest hypothetisch, denn bisher konnte niemand beweisen, dass es Tachyonen überhaupt gibt. „Noch sind sie das Ergebnis theoretischer Berechnungen", sagt Hubert Zitt, der Elektrotechnik studierte und im Bereich Systemtheorie promovierte. Bei Star Trek machen es die kleinen Teilchen möglich, dass im Weltall Lichtjahre voneinander entfernte Lebewesen miteinander kommunizieren können – in Echtzeit, ohne Verzögerungen. Warum also sollten Tachyonen in der Zukunft nicht tatsächlich zum Standard zählen?
Wie beispielsweise das Fax-Gerät, mit dem sich Captain Kirk 1966 an Bord der Enterprise zeigte. Dabei kamen die ersten Geräte, so Hubert Zitt, „erst 1979 auf den Markt. Auch unsere Handys sehen den Kommunikatoren von Kirk immer ähnlicher." Bildtelefonie, längst erprobt und für gut befunden, war schon vor Skype auf der Kommandobrücke Usus. „Wir machen heute all die Dinge, die in Star Trek gezeigt wurden." Für viele ist die Saga nicht mehr als eine Spielerei, für Hubert Zitt ist sie eine Wissenschaft. Um eine Vorlesungsreihe über die Physik von Star Trek zu halten, verbrachte er ein halbes Jahr in San Antonio in den USA.
Holografien sind ein wiederkehrendes Merkmal der Star-Trek-Welt. Nicht mehr als ein Märchen? Mitnichten, meint Hubert Zitt. Er präsentierte im Alvar Aalto Kulturhaus in Wolfsburg ein kleines Filmchen, das die vom US-amerikanischen Unternehmen Cisco entwickelten virtuellen Konferenzsysteme vorführte. Statt Mitarbeiter mit hohem Zeit- und Kostenaufwand zum Meeting reisen zu lassen, schicken Unternehmen ihr Personal via Datenstrom an den Konferenztisch – als gestochen scharfe Projektionen in Lebensgröße. Hubert Zitt: „Man kann davon ausgehen, dass es in den nächsten zwei Jahren so weit sein wird." Und bis Warp 9,9997 ist es dann auch nicht mehr lang hin.