Speed-Rekord auf der Datenautobahn

Achtung, Blitzgefahr: Wissenschaftler, darunter vier Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie, haben einen neuen Weltrekord auf der Datenautobahn aufgestellt. Das internationale Forscherteam entwickelte einen Chip, der viermal leistungsfähiger als der bisherige Rekordhalter ist – und der seine rasante Datenrate auf bis zu 170,8 Gigabit pro Sekunde beschleunigen kann.

Von Stefan Boysen

Die Forscher schafften den Durchbruch, indem sie das Know-how der Organischen Chemie und das der Silizium-Technologie miteinander kombinierten, so eine Pressemitteilung des Karlsruher Instituts. Sie erarbeiteten ein organisches Material, das auf bislang unerreichte Weise seine hohe optische Qualität mit der Fähigkeit vereint, Lichtsignale zu übertragen. Da außerdem eine technische Lösung gefunden wurde, das Material in die Silizium-Chip-Technologie zu integrieren, habe man sozusagen „das Beste aus zwei Welten zusammengebracht“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Es ist seit Jahren bekannt, dass Daten mit optischen Mitteln weit schneller verarbeitet werden können als auf elektronischem Wege. Aber noch niemandem war bislang der Nachweis gelungen, dass man mit billigem Silizium bei Bit-Raten weit über der Schallgrenze von 100 Gigabit pro Sekunde arbeiten kann. Dabei tüftelten Forscher auf der ganzen Welt seit Jahren eifrig an der Weiterentwicklung der Siliziumtechnologie.

So meldete die Firma Intel erst kürzlich die erste optische Signalverarbeitung bei 40 Gigabit pro Sekunde. Doch dieses Meisterstück hatte nur eine geringe Halbwertszeit und wurde nun pulverisiert. Bleibt abzuwarten, wann der Geschwindigkeitsrausch in seine nächste Runde geht und auch der Rekord aus Karlsruhe nur noch Schall und Rauch sein wird.

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