Braunschweig glänzt beim Eclipse DemoCamp

Nach Berlin, London, Ottawa und Warschau trafen sich etwa 50 Verfechter und Fans des quelloffenen Softwaretools Eclipse in der Braunschweiger Stadthalle. Einige waren vor Ort, weil ihr Chef es ihnen empfohlen hatte, andere interessieren sich persönlich für dieses Tool und nutzten deshalb den Austausch mit der regionalen Community. Unter der Schirmherrschaft der Eclipse Foundation hatten die Software-Schmieden Bredex GmbH aus Braunschweig sowie brox IT-Solutions GmbH mit Sitz in Hannover zum lockeren Austausch und zur Vorstellung von aktuellen Projekten eingeladen.

Von Susann Mättig

„Wir wollen Eclipse für Unternehmen bekannter machen und dabei mit gutem Beispiel vorangehen," fasste Achim Lörke von Bredex seine Motivation für diese Veranstaltung zusammen. Und Ralph Müller von der Eclipse Foundation ergänzt: „Dass Firmen mit diesem Tool arbeiten und auch untereinander kooperieren, stärkt die gesamte Idee von Open Source. Niedersachsen zählt dabei mit zu den interessantesten Standorten in Deutschland."

Und so lauschten hauptsächlich Programmierer, aber auch andere Interessierte aus Wirtschaft und Forschung den aktuellen Projekten, die auf der Basis von Eclipse in unserer Region umgesetzt und erforscht werden.

Ralph Müller von der Eclipse Foundation eröffnete die Runde mit einem Kurzreferat über die Entwicklung von Eclipse und seine Arbeit bei der Foundation. Natürlich plädierte er für mehr Open Source in der Entwicklerwelt, um die Kreativität im „Ökosystem IT" zu erhalten. Die Eclipse Foundation stellt in diesem Zusammenhang sowohl die Infrastruktur für Entwickler zur Verfügung und unterstützt diese auch bei Fragen zu Problemen mit diesem Tool. Ansonsten besteht ihre Aufgabe darin, die Idee von Eclipse in die Welt hinauszutragen und weitere Anhänger zu finden.

Den ersten Einblick in die Praxis bot Sebastian Voigt, hauptverantwortlicher Eclipse-Spezialist bei brox. Er stellte die eigenkonzipierte Systemarchitektur SMILA vor, die als Standard in Kombination mit weiteren Produkten Unternehmen in Sachen Informationslogistik entlasten soll. Im Anschluss präsentierten Hans-Joachim Brede und Alexandra Imrie von Bredex auf sehr unterhaltsame Weise ihr Produkt GUIdancer. Dahinter verbirgt sich ein Werkzeug, mit dem GUI-Tests effektiver und kostensparender durchgeführt werden können.

In der anschließenden Pause wurde heftig „genetzwerkt". Michaela Kraft von Microsoft musste zugeben, dass sie bis vor kurzem in dieser Region nicht so viel IT-Potenzial gesehen hatte. „Man kennt immer nur die großen Städte, in denen die Headquarters der wichtigen Firmen stehen. Aber auch hier bewegt sich eine Menge. Außerdem finde ich das Thema spannend für Microsoft, denn wir suchen immer nach Möglichkeiten, mit Open-Source-Entwicklern zu kooperieren. Deswegen schaue ich mir auch diese Veranstaltung genauer an."

In der letzten Stunde analysierte Benjamin Muskalla von EclipseSource potenzielle Stolpersteine, wenn Desktop Client und Web Client auf einem Code basieren. Und der Informatikdekan der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften zeigte, wie er mit seinen Studenten auf der Basis von Eclipse Embedded Systeme programmiert.

Am Ende des Abends konnte Braunschweig auf ein erfolgreich abgelaufenes Eclipse DemoCamp zurückblicken. Es wurde viel diskutiert und neue Kontakte entstanden. Diese Veranstaltung kann sich dabei, gemessen an der Teilnehmerzahl und den Programmpunkten, locker mit den zuletzt veranstalteten Camps in den wesentlich größeren Städten Berlin, London und Ottawa vergleichen. Und wer weiß, welche Projekte angeschoben werden konnten?

Weitere Infos über Eclipse und die Eclipse Foundation gibt es hier http://www.eclipse.org/org

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