Viren und andere Schadprogramme sind die häufigste Erfahrung mit Kriminalität im Internet. 38 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren – das entspricht fast 20 Millionen Deutschen – erlebten bereits, dass ihr Computer infiziert wurde. 53 Prozent der Surfer sagen, dass sie noch nie Opfer im Web waren. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Forsa im Auftrag des Branchenverbands Bitkom hervor.
Beim Online-Banking wird die Zahl der Betrugsfälle 2009 ansteigen – nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr. Bitkom rechnet auf Basis von Daten der Landeskriminalämter mit bis zu 2.900 angezeigten Phishing-Fällen in diesem Jahr. Ein Plus von rund 50 Prozent.
Die Schadenssumme steigt der Hochrechnung zufolge auf bis zu elf Millionen Euro an. Im ersten Halbjahr 2009 lag der durchschnittliche Schaden der gemeldeten Einzelfälle bei rund 4.800 Euro. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin melden die meisten Opfer.
2008 hatten Kriminelle bundesweit in rund 1.900 Fällen etwa sieben Millionen Euro von Konten der Geschädigten abgehoben. Den zeitweiligen Rückgang führen Bundeskriminalamt und Bitkom auf bessere Schutzmethoden zurück, vor allem durch die fast flächendeckende Einführung der iTAN bei Online-Überweisungen. Inzwischen ist jedoch Schadsoftware verfügbar, die auch diesen Sicherungsmechanismus erfolgreich angreift.
Das BKA beobachtet international agierende Tätergruppen, denen es um möglichst hohe Profite geht. Sie nutzen auch ausgespähte Kreditkartendaten, um online Waren zu kaufen. Um nicht selbst in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden zu geraten, bedienen sich die Kriminellen gutgläubiger Gehilfen, die Waren oder Gelder gegen eine Provision in das Ausland weiterleiten. Das BKA warnt davor, dass die Betrugsmethoden im Internet immer professioneller werden.