Inhalte mit dem Tag regionaltheater.

Regionaltheater

Gerald Fricke macht Regionaltheater

Meine erste Putzfrau

Hatte ich in Hamburg, damals, als es noch eine „New Economy“ und Websites mit „emotionalen“ Flash-Intros gab. Eine wechselvolle Geschichte der Leidenschaften, Enttäuschungen und Glücksmomente. Achterbahnfahrt pur. Eine Putzi, das mal vorab, ist unerlässlich für einen berufstätigen Menschen, der seinen Haushalt nach dem Motto „man muss auch gönn‘ könn‘“ führt und wegen ein paar Bartstoppeln im Waschbecken nicht gleich „kaputtgeht“.

Gerald Fricke macht Regionaltheater

Onkel Sepp hat geheiratet

Ich lernte ihn im letzten Jahrtausend kennen. Damals, als ich noch Student war und die Postleitzahlen vierstellig. Ich bewarb mich um ein Plätzchen in der Kaiser-Wilhelm-WG, idyllisch an der achtspurigen innerstädtischen Tangente gelegen. Man konnte das alte Backsteingemäuer, das zwei Weltkriege überstanden hatte, nicht verfehlen. Es war eingekeilt zwischen dem Metallgroßhändler „Eisenvater“, „Conni’s“ Hähnchenkneipe, in der Branko Zebec, der legendäre Eintracht-Braunschweig-Wundertrainerjugoslawe, in den siebziger Jahren die Abseitsfalle einführte und dem geschichtsträchtigen Rudolfsplatz, wo sogar Heinz Rühmann mit seinem Führermercedes einmal getankt hatte, 1937 oder 1957.

Gerald Fricke macht Regionaltheater

Julia, die Art-Directorin

"Das ziehen wir jetzt mal grade", sagt die Julia, Art-Directorin in der großen Internet-Agentur. Wir schreiben die gute alte Jahrtausendwende-Zeit der New Economy, vor Echtzeit-Web, abkackenden Finanzmärkten und Google Wave.

Schwaken ab Mittellinie!

Zum Glück brechen alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit endlich die lang erwarteten Fußball-Hallenturniere an. Am muffigsten sind sie ja ganz unten, in der Kreisklasse. Ein Turnier fängt hier in der Regel am Sonntagmorgen um acht an und hört abends um zehn auf. Gespielt wird nach den kompliziert möglichsten Austragungsregeln; einer Mischung aus d'Hondtschem Höchstzahlverfahren, Sporthochschule Köln, Prof. Dettmar Cramer und Konrad „Adam“ Zuse, die der Ehrenpräsident des gastgebenden Vereins in autokratischer Kleinstarbeit „ausgetüftelt“ hat.

Schwaken ab Mittellinie!

Zum Glück brechen alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit endlich die lang erwarteten Fußball-Hallenturniere an. Am muffigsten sind sie ja ganz unten, in der Kreisklasse. Ein Turnier fängt hier in der Regel am Sonntagmorgen um acht an und hört abends um zehn auf. Gespielt wird nach den kompliziert möglichsten Austragungsregeln; einer Mischung aus d'Hondtschem Höchstzahlverfahren, Sporthochschule Köln, Prof. Dettmar Cramer und Konrad „Adam“ Zuse, die der Ehrenpräsident des gastgebenden Vereins in autokratischer Kleinstarbeit „ausgetüftelt“ hat.

Herbstfrische Agentur 2.0

Ottmar ist Texter in einer Internet-Agentur - Seniortexter, um genau zu sein. So viel Zeit muss sein! Er liest Motoraver und die lokale Treppenhaus-Umsonstzeitung. 2001 trug er die Tunnelzughose von 2000, 2005 den Iro von Robbie Williams aus dem Jahre 2002, und 2009 trägt er die Hemden von Fred Perry, die 2003 "in" waren. In seiner Linkliste finden wir einige "derbe" Youngtimer, supergute Schnäppchenangebote und die Speisekarte vom "City-Casino" an der Großen Theaterstraße in Hamburg, das leider auch schon die letzte Fettwanne für immer leeren musste.

Kult-Twitterer Mao und die Generation Internet

Heute beginnt die Frankfurter Buchmesse. Neben den Gartenbüchern, Kochbüchern und autoritären Erziehungsratgebern sind dieses Jahr die Themen Kochen, Gartenpflege und autoritäre Erziehung besonders angesagt. Zweiter großer Trend: Twitter in China, dank des Ehrengastes Mao Tse Tung. Wir haben den Großen Vorsitzenden und neuen Kult-Twitterer im China-Zelt getroffen, beim kleinen Häppchen-Empfang.

Verschwörer in kurzen Hosen

Beim Apfelsinenkaufen treffe ich ihn zufällig: Boris. Er trägt jetzt eine "Frisur", also etwas willentlich Gestaltetes auf dem Kopf. Nach dem großen Soziologen Max Weber bedeutet "Frisur" ja, sich gegen borstige Widerstände durchsetzen zu können. Wir sprechen kurz über das Wetter und eine aktuelle politische Weltverschwörung. Dann bemüht sich Boris, mir in endlos verschachtelten Sätzen kurz zu erklären, was er jetzt gerade so "macht". Sein spiddeliger Körper wird von einem beigen Sommeranzug lässig umspielt, aber das ist eine Lüge. Denn ich kenne Boris noch von früher. Damals materialisierte sich mir sehr eindrucksvoll die Theorie der "zwei Kulturen" (C. P. Snow), die Kluft des gegenseitigen Nichtverstehenkönnens noch -wollens von Geist und Technik.

Verschwörer in kurzen Hosen

Beim Apfelsinenkaufen treffe ich ihn zufällig: Boris. Er trägt jetzt eine "Frisur", also etwas willentlich Gestaltetes auf dem Kopf. Nach dem großen Soziologen Max Weber bedeutet "Frisur" ja, sich gegen borstige Widerstände durchsetzen zu können. Wir sprechen kurz über das Wetter und eine aktuelle politische Weltverschwörung. Dann bemüht sich Boris, mir in endlos verschachtelten Sätzen kurz zu erklären, was er jetzt gerade so "macht". Sein spiddeliger Körper wird von einem beigen Sommeranzug lässig umspielt, aber das ist eine Lüge. Denn ich kenne Boris noch von früher. Damals materialisierte sich mir sehr eindrucksvoll die Theorie der "zwei Kulturen" (C. P. Snow), die Kluft des gegenseitigen Nichtverstehenkönnens noch -wollens von Geist und Technik.