Beispiel Car-to-X-Kommunikation: Die NORDSYS GmbH zählt zu den wichtigsten Akteuren eines Forschungsvorhabens, das im Auftrag von Volkswagen die Kommunikation von Automobilen untereinander und mit ihrer Umgebung weiterentwickeln soll. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt soll dafür Sorge tragen, dass uns in Zukunft ein Ärgernis nicht mehr so häufig begegnen wird, wie es zurzeit noch der Fall ist: der Stau auf den Straßen. „Wir wollen dazu beitragen, dass der Fahrer in seinem Fahrzeug immer bestmöglich informiert ist und seine Fahrweise der Streckensituation optimal anpassen kann", erklärt Manfred Miller, der NORDSYS vor neun Jahren zusammen mit seinem Geschäftsführerkollegen Marcel Odendahl gründete.
Insbesondere im Bereich von Wanderbaustellen kommt es auf den Autobahnen immer wieder zu Staus. Weil der Verkehrsfunk nicht ständig die exakte Position ansagen und die Straßenwacht nicht dauernd die Warnschilder auswechseln kann, herrscht im Baustellenbereich ein Informationsleck. Zumindest noch. NORDSYS und seine Partner wollen es durch ein Kommunikationssystem beheben, das Daten zwischen Fahrzeugen und Rechnern am Straßenrand austauscht. „Damit ist es möglich, Wanderbaustellen zeitnah zu lokalisieren und einzuordnen", sagt Manfred Miller. Und die Fahrer können darüber hinaus über die Kommunikation mit den sogenannten „Road Side Units" Fahrempfehlungen erhalten, damit ein Stau gar nicht erst entsteht.
NORDSYS gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Entwicklungsdienstleistern im Bereich Car-to-X Kommunikation für die Automobilbranche, und ab und an sind die Ergebnisse so innovativ, dass gewerbliche Schutzrechte angemeldet werden. Das Unternehmen und seine 14 Mitarbeiter sind jedoch nicht nur im Auftrag anderer tätig, sondern sie entwickeln auch eigene Produkte. So hängt die Auslesestation rediTAC aus dem Hause NORDSYS an den Wänden von Speditionen und Transportunternehmen. In Kombination mit der Archivierungs- und Auswertesoftware spart das Gerät im Rahmen des Managements von Fahrer- und Fahrzeugdaten aus dem digitalen Tachographen, die zur Überprüfung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten notwendig sind, viel Aufwand ein.
„Unser Produkt ist die erste industrietaugliche Komplettlösung, die es auf dem Markt gibt", betont Manfred Miller, der bei NORDSYS für das Marketing zuständig ist. Die nächste Entwicklungsphase ist bereits erreicht: Fahrer, die im Fernverkehr unterwegs sind, können die Daten aus dem digitalen Tachographen mit dem Handy an ihr Unternehmen übertragen. In Deutschland sind die Braunschweiger mit ihrem Produkt bereits über ein Händlernetz flächendeckend vertreten, nun soll es auch in Europa vermarktet werden. Und wie lauten die kommenden Entwicklungsstufen ihres Erfolgsprodukts aus, Herr Miller? „Ich weiß schon genau, wie es in drei Jahren aussehen wird", sagt der 42-Jährige lachend. Aber der Wettbewerb lese mit. „Und deswegen verrate ich es nicht…"