Jörg Nuckelt ist wie Moritz Schack wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig. Die beiden Ingenieure zählen zur Forschungsgruppe von C3World – einem gemeinsamen Projekt von TU, Leibniz Universität Hannover, Institut für Informatik Oldenburg und Volkswagen Konzernforschung.
Sprechende Fahrzeuge
Ihr gemeinsames Ziel: das Fahrzeug zum Teil einer vernetzten Kommunikationsinfrastruktur zu machen. Salopper ausgedrückt: Sie forschen, wie Autos miteinander sprechen können.
Bei der so genannten Car-to-Car- oder Car-to-X-Kommunikation geht es allgemein um den Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen und ihrem Umfeld. „Die Anwendungsmöglichkeiten der Technologie sind quasi grenzenlos", sagt Jörg Nuckelt.
Zuverlässige Datenströme
Jeder der C3World-Projektpartner ist verantwortlich für eine bestimmte Aufgabe. Der Job von Moritz Schack und ihm: aufzuzeigen, was die Zuverlässigkeit der Datenströme zwischen den Fahrzeugen beeinflusst und wie sich die Qualität der Übertragung verbessern lässt.
Das Auto, das auf spiegelglatter Straße unterwegs ist und andere Verkehrsteilnehmer vor der Rutschpartie warnt; die Mautstelle, die sich schon ein paar Kilometer vor der Grenze zu Wort meldet und für den Obolus die elektronische Bezahlmöglichkeit anbietet: Es gibt jede Menge Szenearien für die Anbindung des Internet an das Auto.
Käufer entscheiden
Wann die Automobilhersteller es auf den Markt bringen? Das sei schwierig zu beantworten, meint Jörg Nuckelt. „Der Autofahrer muss erst bereit sein, für die Technologie zu bezahlen. Und das tut er dann, wenn er einen Nutzen für sich sieht."
Eine spezielle Anwendung wie das elektronische Warndreieck, das Informationen über die Panne hinter der nächsten Kurve weitergibt, „könnte schon in drei bis vier Jahren auf dem Markt sein".
Schutz auf Straßen
Die Technologie würde nicht zuletzt der Sicherheit auf Deutschlands Straßen zugute kommen, wo im vergangenen Jahr laut Statistischem Bundesamt 3657 Menschen starben.
In den Augen von Jörg Nuckelt ist jeder Verunglückte einer zu viel. „Die Technologie kann einen Beitrag leisten, Unfälle zu vermeiden. An dieser Entwicklung mitzuwirken, ist meine persönliche Motivation."