Die Geschichten, die Horst Zuse in den Kongresssaal der IHK Braunschweig mitgebracht hatte, hatten es in sich. Genauso wie die Fotos und kleinen Filme, mit denen der Sohn des Computerpioniers Konrad Zuse die Besucher überraschte.
1200 Mark für einen Taschenrechner
Am Ende der bunten 60 Minuten wussten seine Zuhörer, dass der größte Computer Europas ausgerechnet in einer Kapelle steht (Mare Nostrum in Barcelona); dass der Begriff Hardware aus dem Wilden Westen stammt; dass Hewlett Packard den ersten Taschenrechner 1972 auf den Markt brachte – „ich habe ihn mir für 1200 Mark gekauft".
Und dass die Geburtsstunde des Computer Bugs in den fünfziger Jahren schlug – als eine Fliege für den Ausfall eines Rechners sorgte. „Diese Fliege können Sie besichtigen. Sie müssen dazu nur nach Washington reisen."
Der erste Computer weltweit
Zuse, der auf Einladung des VDI Braunschweig und der Gesellschaft für Informatik für die Vortragsreihe „Mathematik als Treibstoff der Wirtschaft" nach Braunschweig kam, hatte jede Menge weiterer Anekdoten im Gepäck – auch über seinen Vater, der zwischen 1936 und 1938 den Z1 austüftelte. „Unter vielen Wissenschaftlern gilt er als Computer weltweit."
Die Zuse KG baute bis 1969 „250 Computer im Wert von mehr als hundert Millionen Mark". Der Sitz des Unternehmens: das 800-Seelen-Dorf Neukirchen.
Aus dem Friseur wird ein Ingenieur
Zu wenig Fachpersonal gab es schon damals, gerade in dem kleinen Örtchen. Horst Zuse verriet, wie sein Vater dennoch an die richtigen Leute kam. „Schneider, Schuster und Friseure werden bei Zuse Ingenieure." Kräftiger, lang anhaltender Applaus.