Am kommenden Mittwoch werden viele große Webseiten auch über den neuen Standard IPv6 abrufbar sein. Unter anderem machen Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Strato und der Blog des Branchenverbands Bitkom bei diesem Testlauf mit. Die Liste aller deutschen Teilnehmer gibt es hier.
Rund um den Globus
Der IPv6-Tag soll Anbieter und Anwender von Internet-Software und -Diensten motivieren, ihre Produkte und Services an den neuen Standard anzupassen. Dieser wird heute bereits in einigen lokalen und regionalen Netzen eingesetzt. Einen weltweiten Testlauf jedoch hat es noch nie gegeben.
Der 8. Juni soll Hinweise geben, wo aktuell Engpässe bei der Kommunikation auftreten und welche Teilnetze noch um das neue Protokoll ergänzt werden müssen. Die neuen IPv6-Adressen sind nötig, damit die zukünftigen Dienste in Bereichen wie Heimvernetzung, E-Energy oder Car-To-Car-Kommunikation umgesetzt werden können.
Quelle versiegt
Der Nachschub für die bisherigen Internet-Adressen ist bald erschöpft. Voraussichtlich Ende 2011 gibt es bei den Regionalorganisationen der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) keine freien Adressen im IPv4-Standard mehr. Die IANA ist weltweit für die Vergabe von Internet-Adressen zuständig.
Dies ist für Europa besonders problematisch, da hier die Umstellung auf den erweiterten Internet-Standard IPv6 nur schleppend verläuft. Asien und Amerika sind da weiter.
Zur Kommunikation via Internet braucht jeder Anschluss eine eigene IP-Adresse, ansonsten müssen die Datenpakete während des Transports aufwändig umetikettiert werden. Die Adressen ermöglichen die Zustellung der Datenpakete im Netz.
IPv4 31 Jahre alt
Der neue IPv6-Standard ist nicht kompatibel mit dem herkömmlichen Standard IPv4. Dieser wurde bereits 1980 eingeführt und verfügt über eine 32-stellige Binärzahl-Adresse. Auf dieser Basis können 4,3 Milliarden unterschiedliche Adressen vergeben werden.
Der Nachfolge-Standard IPv6 verwendet 128 Stellen. So können künftig 340 Sextillionen Internet-Adressen vergeben werden (2128). Eine Sextillion ist eine Zahl mit 36 Nullen.
Thema drängt
Alle Internet-Provider und Unternehmenskunden sollten sich dringend mit dem Thema IPv6 beschäftigen, rät Bitkom. Nach Angaben des Verbands ist es sinnvoll, nur noch Hardware und Programme zu kaufen, die den neuen Standard unterstützen.