vlnr.: Frank Riess, N.N., Volker Donnermann, Lutz Kolbe, Kathlen Siegmund, Martin Eickhoff, Foto: Dirk Alper
vlnr.: Frank Riess, N.N., Volker Donnermann, Lutz Kolbe, Kathlen Siegmund, Martin Eickhoff, Foto: Dirk Alper

Nachlese Konferenz

Green IT: Hype oder Chance?

Von Susann Mättig. Die CeBIT widmete sich dem Thema Green IT, es gibt kaum noch einen Anbieter von IT-Produkten oder -Dienstleistungen, der sich nicht im grünen Licht darstellt und auf Bundesebene gibt es einige Förderprogramme, die im Zeichen von Green IT stehen. Der Suchmaschinenmarktführer mit den bunten Buchstaben listet knapp 700 Millionen Hits zu diesem Stichwort auf und alle, an denen diese Thematik bislang vorbei gegangen ist, finden alles Wissenswerte im entsprechende Vertreter der gelb-schwarzen „…for Dummies"-Buchreihe.

Ist Green IT nun ein Hype oder steckt dahinter viel mehr? Dieser Frage gingen die sechs Referenten und etwa 60 Teilnehmer auf einer Konferenz auf dem MobileLifeCampus in Wolfsburg nach. Die Veranstaltung des Instituts für Informatik von VW wurde sogar über Video Stream nach Ingolstadt übertragen. Dr. Lutz M. Kolbe, Professor für Informationsmanagement an der Georg-August-Universität Göttingen, erforscht seit einiger Zeit in Kooperation mit der TU Berlin den Themenkomplex Green IT und stellte seine bisherigen Erkenntnisse dem Publikum vor.

Green IT in Zahlen

Weltweit verbrauchen alle IT-Geräte im Jahr so viel Energie wie unser Nachbarland Polen im selben Zeitraum, nämlich ca. 123.000 GWh. Auf die eigentliche Informationstechnik entfallen dabei 41 Prozent, etwa ein Drittel auf deren Kühlung und die restlichen 28 Prozent sind Leistungsverluste. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, dass sich die Menschheit mit dem Thema Green IT – also dem Bestreben, den Lebenszyklus von IT umwelt- und ressoucenschonend zu gestalten (Definition: Wikipedia) – langfristig auseinander setzen sollte.

Erforschung der Unternehmenspraxis

Prof. Kolbe und sein Team untersuchten in zwei Studien, welche Bedeutung Green IT in der Wirtschaft beigemessen wird. Zum Einen wurden 116 CIOs deutscher Unternehmen dazu befragt und zum Anderen die IT-Beauftragten von 15 international agierenden Top-Unternehmen, wie z. B. T-Systems, Microsoft, Bayer und HP, für Fallstudien interviewt. Das Ergebnis dieser Untersuchungen war, dass diese Unternehmen mit Green IT auf effiziente IT abzielen, aber auch ein Kompetenzvorsprung und damit Imagegewinn anvisiert werden.

Bislang keine allgemeine Akzeptanz

Die Voraussetzung dafür, dass das Thema ernst genommen wird, und damit mehr als einen Hype produziert, ist, dass alle Unternehmenseinheiten an einem Strang ziehen. Allerdings fehlen bislang Praxislösungen, die Unternehmen als Vorbild dienen könnten. So variieren bislang sowohl die Umsetzungsprozesse als auch die Kompetenzzuschreibungen für den praktischen Durchbruch. Zusätzlich fehlen Kennzahlen, die den Erfolg messbar machen und klar definierte Anreize für die tatsächliche Umsetzung.

„Die Konferenzteilnehmer bestätigten mir aus ihrem Unternehmensalltag, dass Green IT längst mehr als ein Hype ist", fasst Prof. Kolbe die Stimmen zu seinem Vortrag zusammen. „Allerdings fehlen im Moment klar messbare Zielvorgaben, um den Beitrag einzelner Green IT-Maßnahmen zum Unternehmenserfolg nachzuweisen.

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