Denn eine der Schätzmethoden, die die Besucher kennenlernten und statistisch ausgewertet bekamen, war das Delphi-Verfahren – und das hat seinen Namen von der Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Die Delphi-Methode dient dazu, „Ereignisse in der Zukunft möglichst gut einschätzen zu können", erklärte Andrea Herrmann, Leiterin des Software Systems Engineering Instituts der TU.
Schätzexperten unter sich
Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Laptop innerhalb des ersten Jahres ausfällt? Und dass im Software-Entwicklungsprozess Fehler im fertigen System auftreten, die auf die Anforderungen zurückzuführen sind? Die Besucher konnten die Delphi-Methode, ein mehrstufiges Befragungsverfahren unter Experten, in der Praxis erproben. Einige mit Erfolg: „Der Beste lag bei einer Abweichung von plus/minus drei Prozent", sagt Andrea Herrmann – ein erstaunlich guter Wert.
Konfrontiert mit Risiken
Die Abschätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaß bestimmt unser Leben – insbesondere unser Berufsleben. Auch Hans-Peter Gabel „ist ständig mit Risiken und Statistiken konfrontiert", wie er erzählte. Der Arzt aus Wolfenbüttel fühlte sich bei der Veranstaltung gut aufgehoben. „Wir haben das Delphi-Verfahren in unserem Verband gerade selbst durchgeführt."
Daten sind risikogefährdet
Detlef Kilian fand den Workshop „sehr interessant". Und fühlte sich in seinen Erfahrungen bestätigt. Er ist für die Informationssicherheits-Revision bei einem Hannoveraner Unternehmen verantwortlich, das ein Rechenzentrum mit sensiblen Daten betreibt. Gefahren identifizieren und bewerten sowie Maßnahmen planen und umsetzen, um die Datensicherheit zu erhöhen – das ist seine Aufgabe. „Es ist gerade im Lebenszyklus von IT wichtig, Risiken früh einschätzen zu können", sagt er.
Workshop als Jobbörse
Georg Türk, Marketing- und Vertriebsleiter bei DAVID, freute sich über die positive Resonanz – und hofft, dass beim nächsten Mal mehr Studenten unter den Besuchern sein werden, die auf Workshops wie diesen gute Kontakte „zu ihren Arbeitgebern von morgen knüpfen können". Dass es ein nächstes Mal geben wird, ist sicher. „Wir wollen mit solchen Veranstaltungen Wissenschaft und Praxis zusammenbringen – und das ist uns beim ersten Mal schon gut gelungen."